
Unna: Volkmann und Goetz reagieren schockiert auf CDU-Ergebnisse
"Desaströs und fast schon demütigend" - so reagiert die CDU bei uns im Kreis Unna gerade. Nach den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin herrscht bei vielen "Katerstimmung".
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Vera Volkmann nennt CDU-Ergebnisse „desaströs“
Vera Volkmann, CDU-Landtagskandidatin für den Wahlkreis Unna I, reagiert im Gespräch mit Antenne Unna auf die Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin mit deutlicher Ernüchterung. Für die Christdemokratie seien das „desaströse Ergebnisse“, man habe eine regelrechte Katerstimmung. Sie wolle daran „nicht viel schönreden“. Für sie könne das nicht der Anspruch der CDU sein. Die Partei habe immer davon gelebt, unterschiedliche Gruppen zusammenzuführen - zu dieser Idee müsse man wieder zurückfinden. „So kann es nicht weitergehen.“ Insgesamt habe sie das Gefühl, dass die politische Mitte an Bindungskraft verliere.
Vor der Landtagswahl in NRW: CDU müsse besser zuhören
Mit Blick auf die Landtagswahl in NRW im April sagt Volkmann, die Union müsse jetzt vor allem zuhören und verstehen. Berechtigte Kritik der Menschen müsse man ernst nehmen und dürfe sie nicht einfach wegwischen. Diese Art der Politik mache die Landesregierung in NRW bereits vor - davon könne sich auch die Bundesregierung etwas abschauen.
CDU sieht sich bereits mitten im Wahlkampf
Für den Wahlkampf sieht sie die CDU schon mitten in der Arbeit: „Wir sind schon im Wahlkampf.“ Der Anspruch sei, bei den Menschen zu sein - an den Haustüren, in Vereinen, in Unternehmen - und dort zuzuhören. Erfolgreiche Politik könne man nur machen, wenn man den Draht zu den Menschen suche. Zwar müsse auch die Bundespolitik liefern, zugleich wolle man aber vor allem für die Landespolitik werben.
Hendrik Wüst soll aus Sicht Volkmanns weiter an der Spitze stehen
In der Kanzlerdebatte der CDU würde Volkmann sich wünschen, dass Hendrik Wüst weiter an der Spitze der Landes-CDU steht. Die Debatte greife ihr zu kurz. Schon Sachsen-Anhalt sei „mehr als schmerzhaft“ gewesen. Aus ihrer Sicht müsse sich die Partei grundsätzlicher fragen, warum Vertrauen verloren gegangen sei und welche Entscheidungen dazu geführt hätten. Einige Reformen - etwa bei Rente und Pflege - seien zwar notwendig, brächten aber harte Einschnitte mit sich, die die Menschen spüren würden. Auch die Themen Schulden und Generationengerechtigkeit seien für sie als junge Politikerin wichtig. Zugleich verweist sie auf die Koalition mit der SPD: Dort lasse sich nicht immer der „hundertprozentige Wille“ durchsetzen, es brauche Kompromisse.
Auf die Frage nach Friedrich Merz sagt Volkmann, sie glaube, dass er weiter Bundeskanzler bleiben wird. Die Ministerpräsidenten hätten ihm mit ihrer Erklärung bereits den Rücken gestärkt. Dennoch müsse er sich beweisen: „Er hat noch was aufzuholen.“
Auch Torsten Goetz zeigt sich erschüttert
Ähnlich deutlich äußert sich auch Landtagskandidat Torsten Goetz. Auch wenn die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin auf den ersten Blick weit weg erscheinen, seien die Ergebnisse aus seiner Sicht eine absolute Katastrophe. Es sei das erste Mal, dass die Fünf-Prozent-Hürde nicht geschafft worden sei. Das sei der Worst Case und beinahe schon demütigend.
Mit Blick auf die Konsequenzen sagt Goetz, der Blick nach Berlin mache deutlich, dass Reden allein nicht mehr helfe. Man müsse jetzt anpacken - auch mit Blick auf die Landtagswahl 2027. In der Kommunalpolitik habe es aus seiner Sicht immer gut funktioniert, nahbar zu sein und den Kontakt zu den Menschen zu halten. Hendrik Wüst sieht auch Goetz weiterhin an der Spitze in NRW.
Senioren-Union fordert klare Konsequenzen
„Wir haben verstanden, reicht nicht aus - wir müssen jetzt Konsequenzen ziehen“, sagt der Bundesvorsitzende der Senioren-Union, Hubert Hüppe aus Werne. Er war heute bei der Bundesvorstandssitzung der CDU in Berlin dabei. Dort habe er den Eindruck gewonnen, dass Kanzler Friedrich Merz wisse, dass es nun auch um ihn gehe und die Bundesregierung nötige Reformen endlich beschließen müsse. Für Hubert Hüppe gehe es jetzt wirklich um die Demokratie - das hätten die Wahlergebnisse gestern gezeigt.