
Keine Flips aus Schwerte: NGG-Streik legt Ültje-Werk lahm
Bei Intersnack in Schwerte stehen heute die Produktionsbänder für 24 Stunden still. Die Gewerkschaft NGG hat zum Streik aufgerufen.
Veröffentlicht: Mittwoch, 29.07.2026 05:21
Warnstreik legt Intersnack-Wert in Schwerte lahm
Seit Mittwochmorgen (29.07.26) um 6 Uhr wird am Intersnack-Standort in Schwerte gestreikt. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die rund 350 Beschäftigten dazu aufgerufen, die Arbeit für einen vollen Tag niederzulegen. Davon betroffen ist die gesamte Produktion von bekannten Markenprodukten wie Flips und ültje-Erdnüssen. Laut Gewerkschaftsantrag ist mit erheblichen Ausfällen in der Fertigung zu rechnen, da die Bänder für 24 Stunden stillstehen. Um 11 Uhr versammeln sich die Streikenden zudem zu einer Protestkundgebung direkt vor dem Werkstor, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen.
Die Beschäftigten der Süßwarenindustrie bei Intersnack in Schwerte werden dann mit einem stinksauren Protest ihrem Ärger über die Arbeitgeber Luft machen. Denn die treten ganz gewaltig auf die Lohn-Bremse und legen seit Wochen kein akzeptables Angebot vor.
- Samir Boudih, NGG Dortmund
Hintergründe zum Tarifstreit in der Süßwarenindustrie
Der Auslöser für den Arbeitskampf in Schwerte ist der festgefahrene Tarifkonflikt in der nordrhein-westfälischen Süßwarenindustrie. Die NGG fordert für die rund 17.000 Beschäftigten der Branche ein Lohnplus von knapp sechs Prozent oder mindestens 230 Euro mehr pro Monat. Die Arbeitgeberseite hat bisher lediglich eine Erhöhung von zwei Prozent sowie eine Einmalzahlung angeboten. Die Gewerkschaft weist dies als völlig unzureichend zurück. Da die dritte Verhandlungsrunde ohne Ergebnis blieb, soll der Warnstreik nun die Entschlossenheit der Mitarbeiter unterstreichen und ein deutliches Signal an den Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie senden.
Das ist kein Angebot. Das ist eine Farce. Denn das, was die Arbeitgeber bislang auf den Tisch gelegt haben, frisst schon die Inflation auf
- Samir Boudih, NGG Dortmund
Die nächsten Verhandlungen in NRW
Wie es nach dem 24-Stunden-Streik in Schwerte weitergeht, hängt maßgeblich von der nächsten Verhandlungsrunde Mitte August ab. Sollte es auch bei diesem Treffen keine spürbaren Fortschritte geben, droht die Gewerkschaft bereits mit einer Ausweitung der Streikmaßnahmen auf ganz Nordrhein-Westfalen. Ziel der Arbeitnehmervertreter bleibt ein abschlussfähiges Angebot mit einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Produktion in Schwerte wird voraussichtlich am Donnerstagmorgen wieder regulär anlaufen.