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Model trägt Kreation aus der Chanel FS26 Haute Couture-Kollektion
© Aurelien Morissard/AP/dpa-tmn
Ganz schön extravagant: Outfits mit Federn sind jetzt häufiger zu sehen. Hier eine Kreation aus der Chanel Frühjahr/Sommer 2026 Haute Couture-Kollektion.
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Fransen, Federn, Falten: Das sind die Mikrotrends der Saison

Es sind nicht immer nur die großen Linien, die den Unterschied machen. Manchmal lohnt es sich auch, auf kleinere Trends zu achten. Dieses Jahr sind die vor allem eines: flatterhaft.

Veröffentlicht: Mittwoch, 25.02.2026 23:05

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Frühjahr und Sommer 2026

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Frankfurt/Kirchheim (dpa/tmn) - Wer beim Stichwort Fransen sofort den klassischen Western-Look mit brauner - gefranster - Wildlederjacke vor Augen hat, darf jetzt getrost umdenken: Fransen kommen in den aktuellen Kollektionen der Designerinnen und Designer wesentlich kreativer zum Einsatz. Und zwar mal «klein und fein, mal allover und massiv», schreibt die Zeitschrift «Textilwirtschaft» in ihrer Laufsteg-Analyse für Frühjahr und Sommer 2026 (Ausgabe 43/2025).

Chanel setzt sie etwa an die Ärmel und den Saum. Das Kleid dazu: Senfgelb und äußerst elegant. Bei Elie Saab gibt es Fransen zu Blütenapplikationen, bei McQueen zum silbrigen Top, bei den Acne Studios zieren Fransen die große weiße Tasche, bei Balmain die kleine beige. Und bei der Calvin Klein Collection setzt sich gleich das ganze Kleid aus Fransen zusammen: in schlichtem Grau und oversized.

Bewegung ins Outfit bringen

Fransen verleihen den Outfits «nicht nur eine dynamische Textur, sondern auch Tiefe», so die «Textilwirtschaft». Laut Modeberaterin Dunja Heß werden sie jetzt vor allem als durchdachtes «Stilwerkzeug» getragen, erwachsener als noch vor einigen Jahren, alltagstauglich und teilweise sogar im Business-Outfit.

Dafür sollte man Heß zufolge allerdings auf Fransen in Kombination mit Wildleder verzichten - und vor allem einzelne Akzente setzen: Taschen mit Fransen etwa oder die Bluse mit Fransensaum zur Jeans.

Außerdem wichtig für einen durchdachten Fransen-Auftritt: nicht zu viel Weite wagen, sonst wird es unförmig. «Wir haben ja momentan sehr viele Oversized-Looks. Und bei Fransen brauchen wir den Mix aus weit und schmal», sagt Heß. Das kann etwa eine weite Weste mit Fransen zur schmalen Jeans sein – oder der Ballonrock mit Fransen zum figurbetonten Oberteil.

Gefiedertes Statement

Fransen sind übrigens nicht das einzige «Bewegungselement», das Dunja Heß zufolge in den Kollektionen für Frühjahr und Sommer heraussticht. «Grundsätzlich haben wir in diesem Jahr vieles, was schwingt, was so ein bisschen Leichtigkeit mit sich bringt», sagt sie. Federn etwa.

Bei Balenciaga flattern sie etwa am rosa, roten und gelben Rock – und am schlicht geschnittenen weißen Kleid mit breiter Schulterpartie. Bei Chanel gibt es neben voluminös-buntem Federrock auch das schulterfreie Feder-Top zum knielangen Karo-Rock. Bei Brandon Maxwell sorgen Federelemente an der Schulterpartie für Akzente am schwarzen Top mit tiefem Ausschnitt. Und bei Mugler wirkt gleich das ganze Oberteil wie ein gefiederter Vogelkörper – inklusive geflügelter Ärmel. Alltagstauglich ist das nur begrenzt.

Für Dunja Heß sollte man Federn deshalb auch möglichst dezent einsetzen - und zwar als Statementstück oder als Element für einen Stilbruch: das schicke Oberteil mit Federn zur Baggy Jeans etwa.

Oder man fängt eben mit einem einzelnen gefiederten Accessoire an. Das empfiehlt der Stilberater Andreas Rose etwa jenen, denen Feder-Looks wie bei Chanel oder Balenciaga zu opulent erscheinen. Beispiele für den kleinen, feinen Feder-Einsatz liefern auch die Schauen: Bei Dior zieren Federn die ansonsten schlichten schwarzen High Heels, bei Loulou de Saison die weiße Clutch.

Gut gefaltet

Und dann sind neben Federn und Fransen noch die Falten – in den Kollektionen «präzise drapiert, sodass sie den Outfits elegante Schwünge verleihen», wie die «Textilwirtschaft» schreibt. Der Bundesverband Schmuck, Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien (BV Schmuck + Uhren) sieht die Falte laut aktuellem Trendbericht sogar beim Schmuck: an plissierten Oberflächen, gerafften Strukturen und Formen, «die an kunstvolles Origami erinnern». Und für Dunja Heß sind Hosen mit eingearbeiteten Falten ebenso angesagt wie Oberteile mit gezieltem Faltenwurf.

Doch auch hier rät die Stilberaterin zum durchdachten Kombinieren: «Wenn ich zum Beispiel eine weite Hose mit Falten anhabe, dann würde ich immer eher ein schmales Oberteil dazu wählen, damit man die Silhouette betont.» Falten schaffen schließlich Volumen. Und sie lassen sich gut als Hingucker einsetzen - und als Gegenstück zu eher unspektakulären Stücken: «Wenn ich einen ganz klassischen Jeans-Look habe und dazu gefaltete Ohrringe, dann sieht das einfach cool aus», sagt Heß.

Seidentuch: Ein Klassiker neu gebunden

Wer ein wenig Raffung ins Outfit bringen will, aber wenig von Faltenohrringen und Faltenoberteilen hält, kann mit einem anderen, derzeit angesagten Klassiker arbeiten: dem Seidentuch. Getragen wird es jetzt an Handgelenken, als Gürtel, Halstuch oder an Taschen, so die Modeberaterin Jasmin Link.

Farblich sind bei Tüchern der Stilberaterin Dunja Heß zufolge übrigens Stücke in Dunkelblau und Weiß, Rosé und hellem Blau angesagt. Außerdem: abstrakte Muster, Aquarellmotive und Naturformen.

Doch Vorsicht: «Wenn alle Kleidungsstücke aus dem klassischen Stil sind und das Seidentuch ebenfalls», dann sieht das laut Jasmin Link schnell nach «einem royalen Look» aus. Also nach: zu viel, zu bieder. Am besten trägt man die Tücher deshalb zu Oversized-Stücken oder - ganz unaufgeregt - zur Jeans.

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© dpa-infocom, dpa:260225-930-736526/1
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Model trägt Kreation aus der Dior FS26 Haute Couture-Kollektion
© Dior/dpa-tmn
Bringen Bewegung in den Look: Federn, wie in diesem Beispiel aus der Dior FS26 Haute Couture-Kollektion.
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Hose mit Falten von Veronica Beard
© Veronica Beard/dpa-tmn
Machen sich gut an Hosen und Oberteilen: bewusst eingesetzte Faltenwürfe. Hier ein Beispiel von Veronica Beard (Hose ca. 528 Euro, Shirt ca. 398 Euro).
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Seidentuch von Max Mara
© Max Mara/dpa-tmn
Bringt Schick und Farbe ins Outfit: das klassische Seidentuch. Hier ein Beispiel von Max Mara (Seidentuch ca. 365 Euro, Blazer ca. 1.725 Euro).
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