Montag, 30. März 2015
23. Januar 2012 um 16:01 Uhr

Stiftung Warentest: Was tun bei Zugverspätungen?

Kreis Unna Wer kennt das nicht? Mein Zug hat 5, 10 oder 20 Minuten Verspätung oder fällt sogar aus. Die Tipps für alle Bahnpendler bei Verspätungen...
Eine Anzeigetafel weist wartende Fahrgäste auf eine Zugverspätung hin. Foto: Sebastian Kahnert

Eine Anzeigetafel weist wartende Fahrgäste auf eine Zugverspätung hin. Foto: Sebastian Kahnert

Die Stiftung Warentest hat die wichtigsten Tipps für alle Bahnpendler bei Verspätungen zusammengefasst:

  • Mehr Umsteigezeit einplanen. Unter www.bahn.de können Sie nach Zugverbindungen mit längerer Umsteigezeit suchen, zum Beispiel „mindestens 10 Minuten“. Das ist nützlich, wenn Sie einen wichtigen Anschluss unbedingt erreichen müssen – zum Beispiel den Nachtzug mit den reservierten Betten. Sinnvoll ist dieser Service auch für Gehbehinderte. Empfehlenswert ist zudem die Suche nach Direktverbindungen. Falls Sie eine finden, lassen sich Umsteigerisiken völlig vermeiden.
  • Zugbegleiter ansprechen. Wenn ein Zug unplanmäßig hält oder auffällig lange langsam fährt, können dies erste Anzeichen für eine Verspätung sein. Dann gilt: Seien Sie wachsam. Vergleichen Sie am nächsten planmäßigen Zwischenhalt die Soll-Abfahrtszeit mit der tatsächlichen. Wenn Sie in einem verspäteten Zug sitzen und ihre Umsteigezeit knapp zu werden droht: Bitten Sie den Zugbegleiter frühzeitig, die Zentrale zu informieren, damit Ihr Anschlusszug wartet. Je mehr Fahrgäste sich melden, desto besser die Chancen. Fragen Sie den Zugbegleiter vorsorglich für den Notfall auch nach Alternativen.
  • Aktuelle Infos einholen. Nutzen Sie die „Ist mein Zug pünktlich?“-Infos unter www.bahn.de. Sie können die Daten auch per Handy abrufen. Der DB-Navigator bringt Sie auf einen ähnlichen Informationsstand wie die Bahnmitarbeiter.
  • Selbst aktiv werden. Auch Fahrgäste können dazu beitragen, Zugverspätungen zu vermeiden oder zu reduzieren. Helfen Sie Mitreisenden! Vor allem Menschen mit viel Gepäck, Kinderwagen oder Fahrrad sind oft für eine helfende Hand dankbar. Und je eher sie aus- oder eingestiegen sind, desto schneller kann der Zug wieder starten.
  • Anschluss verpassen. Ist der Anschlusszug weg, melden Sie sich beim Bahnhofspersonal. Die Mitarbeiter am „Servicepoint“ oder an der „DB-Information“ können dann nach neuen Reiseverbindungen suchen.
  • Alternativen nutzen. Wenn Sie den Zielbahnhof voraussichtlich mindestens 20 Minuten zu spät erreichen würden, können Sie in vielen Fällen einen anderen Zug nutzen. Zum Beispiel einen höherwertigen ICE anstelle eines unpünktlichen IC. Die für viele Fahrkarten geltende Zugbindung entfällt dann. Lassen Sie sich das möglichst vorher vom Bahnpersonal bestätigen.
  • Plätze sichern. Wenn der Anschlusszug mit Ihren reservierten Plätzen weggefahren ist, haben Sie Anspruch auf Erstattung des Reservierungsentgelts. Wenn Sie im Zug stehen müssten, fragen Sie die Zugbegleiter, ob sie Ihnen den kostenlosen Übergang in die 1. Klasse kulant ermöglichen können.
  • Nachts stranden. Wenn spätabends der letzte Anschlusszug ohne Sie abgefahren ist, können „DB Information“ oder „3-S-Zentrale“ helfen und zum Beispiel eine Gratis-Taxifahrt oder eine Übernachtung im Hotel organisieren. Die Telefonnummern der „3-S-Zentralen“ sollten auf den Bahnhöfen ausgehängt sein.
  • Entschädigung kassieren. Ab 60 Minuten Verzögerung erstattet die Bahn 25 Prozent des Fahrpreises und ab 120 Minuten 50 Prozent. Anträge dafür gibt es bei Zugbegleitern, am Info-Schalter und im Internet. Wie man am schnellsten zur Entschädigung kommt, steht im Gewusst wie. Stammkunden sollten immer ein Exemplar parat haben, um es im Falle eines Falles sofort ausfüllen zu können. Das ist sinnvoll, weil Sie im Falle einer Verspätung ohnehin oft viel Zeit haben. Außerdem verfügen Sie dann über alle Reisedaten, die Sie in das Formular eintragen müssen.
  • Beschwerden senden. Wenn Bahnunternehmen eine Entschädigung verweigern und Sie sich unfair behandelt fühlen, kann Ihnen die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr helfen (www.soep-online.de; Fasanenstraße 81, 10623 Berlin). Weitere Ansprechpartner kümmern sich speziell um Regionalverkehr, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen (www.schlichtungsstelle-nahverkehr.de). Bei Ärger hilft auch das Eisenbahnbundesamt.

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