Wissen : Neuer Satellit soll aus dem All vor Unwetter warnen

am 06. Juli 2012 um 07:23 Uhr

Darmstadt/Kourou (dpa) Erst gebannte Stille, dann erlösender Applaus. Als Europa einen neuen Wettersatelliten ins Weltall schießt, schauen die Mitarbeiter der Europäischen Organisation zur Nutzung von meteorologischen Satelliten (Eumetsat) in Darmstadt wie gebannt auf große Bildschirme.
Der Start ist gelungen. Nun muss Wettersatellit MSG-3 am richtigen Platz in einer Höhe von 36 000 Kilometern ausgesetzt werden. Foto: S. Martin / CNES

Der Start ist gelungen. Nun muss Wettersatellit MSG-3 am richtigen Platz in einer Höhe von 36 000 Kilometern ausgesetzt werden. Foto: S. Martin / CNES

Zu sehen ist der Start ihres «MSG-3» vom Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana. In den letzten 30 Sekunden vor dem Abheben der Trägerrakete «Ariane-5» am Donnerstagabend um 23.36 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit herrscht völlige Stille, dann brandet Jubel auf.

Europa hat einen Satelliten der zweiten Generation - einen Meteosat Second Generation (MSG) - für die Vorhersage extremer Wetterlagen wie Stürme und Dürren losgeschickt. «Damit werden wir eine höhere Sicherheit für kurzfristige Wetterwarnungen haben», sagte Eumetsats Satelliten-Direktor Mikael Rattenborg. «MSG-3» soll einen seiner Vorgänger ersetzen.

Europa, Afrika und der Nordatlantik werden aus einer Höhe von 36 000 Kilometern beobachtet. Die Satelliten können alle 15 Minuten ein komplettes Bild liefern, im Extremfall für einen kleineren Ausschnitt sogar alle fünf Minuten. Sie sind schneller und besser als die erste Satelliten-Generation. Die Aufpasser können jetzt sogar einen Vulkanausbruch erkennen. Sie sind ein gemeinsames Projekt von Eumetsat und der Europäischen Weltraumagentur Esa, deren Kontrollzentrum Esoc in Darmstadt fast benachbart zu Eumetsat ist.

Ihre Daten schicken die Satelliten zu Eumetsat. Genutzt werden die Informationen von Meteorologen und nationalen Wetterdiensten. «Wettersatelliten sind in den vergangenen Jahrzehnten zu einem unerlässlichen Standard der Meteorologie und der Klimatologie geworden», erklärt der Diplom-Meteorologe Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach.

«MSG-3» soll nach zehn Tagen seine geostationäre Umlaufbahn erreichen. Diese ersten Tage hat das Esa-Kontrollzentrum in der Hand. «Diese Startphase ist besonders kritisch, bis die Satelliten an ihrem Platz ausgesetzt sind», sagte Esa-Direktor Thomas Reiter. Am Freitag war «MSG-3» nach Plan unterwegs.

Die Satelliten liefern auch Daten für die besten Tage der Ernte, ob es schön wird und gegrillt werden kann. Ganz oben auf der Liste stehen aber Warnungen für Unwetter und Gefahren für den Luftverkehr. «Flughäfen können kurzfristig reagieren», sagte Rattenborg.

Eumetsat betreibt gegenwärtig aus der zweiten Satelliten-Generation «Meteosat-8» und «Meteosat-9». «MSG-3» ist die Nummer 10, der dritte Satellit in dieser Reihe. Er wird vermutlich für «Meteosat-8» einspringen. Die Gesamtkosten der aus vier Satelliten bestehenden Reihe ist auf 2,2 Milliarden Euro veranschlagt. Die erste Meteosat-Generation startete 1977, die zweite 2002.

«Von der ersten zur zweiten Generation geschah ein Quantensprung», sagte Claudia Ritsert-Clark von Eumetsat. Eine dritte Generation ist schon geplant. Sie soll von 2018 an schrittweise zum Einsatz kommen und die Wettervorhersage noch einmal revolutionieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Wissen : Studie: Alkohol in der Pubertät beeinflusst späteren Alkoholkonsum

Mannheim (dpa) Die Pubertät ist eine schwierige Phase. Davon können Eltern ein Lied singen. Sie scheint auch entscheidend für den Umgang mit Alkohol im weiteren Leben. Das haben Mannheimer Forscher herausgefunden. mehr...

Asiatischer Marienkäfer. Foto: Michael Hanschke/Archiv

Wissen : «Bio-Waffe»: Asiatische Verwandte verdrängen heimische Marienkäfer

Jena/Gießen (dpa) Asiatische Marienkäfer nutzen «Bio-Waffen», um ihre roten europäischen Verwandten zunehmend zu verdrängen. mehr...

Wissen : Fragen & Antworten: Rückt der Klon-Mensch näher?

Berlin (dpa) Seit Jahren beißen sich Forscher weltweit die Zähne daran aus. Nun ist es Biologen der Oregon Health & Science University in Portland (USA) nach eigenen Angaben gelungen, menschliche Klon-Embryonen herzustellen und Stammzellen daraus zu gewinnen. Auf Therapien müssen Patienten in jedem Fall aber noch sehr lange warten. mehr...

Die Zeichnung zeigt das Teleskop «Kepler» im Weltall. Foto: NASA

Wissen : Nasa meldet schwere Probleme mit Weltraumteleskop «Kepler»

Washington (dpa) Auf der Suche nach einer «zweiten Erde» deutet sich für die US-Raumfahrtbehörde Nasa ein herber Rückschlag an. Das hochgelobte Weltraumteleskop «Kepler» kann sich nicht mehr richtig auf seine Ziele ausrichten. Die Reparaturchancen sind ungewiss. mehr...

Afrikanische Krallenfrösche, die nach Kalifornien importiert worden sind, haben einen tödlichen Amphibienpilz weltweit verbreitet. Foto: Adam Bewick/Archiv

Wissen : Laborfrösche verbreiteten tödlichen Amphibienpilz

San Francisco/Stanford (dpa) Laborfrösche haben einen tödlichen Amphibienpilz weltweit verbreitet. mehr...

Moskitos, die mit dem Malaria-Erreger infiziert sind, finden den Duft von Menschen wesentlich attraktiver als nicht infizierte Moskitos. Foto: Patrick Pleul/Archiv

Wissen : Malaria-Mücken fliegen besonders auf Menschen-Duft

Wageningen (dpa) Moskitos, die mit dem Malaria-Erreger infiziert sind, finden den Duft von Menschen wesentlich attraktiver als nicht infizierte Stechmücken. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Online-Fachjournal «PLOS ONE». mehr...

Wissen : Erstmals menschliche Zellen in embryonale Stammzellen umgewandelt

New York (dpa) Amerikanischen Wissenschaftlern ist es nach eigenen Angaben zum ersten Mal gelungen, menschliche Zellen in embryonale Stammzellen umzuwandeln. Die neuen Zellen könnten in jede beliebige Art von Körperzellen transformiert werden - und so jede kranke oder verletzte Zelle ersetzen. mehr...

Der Studie zufolge sind die Kabeljau-Bestände in der Nordsee auch aufgrund der Erwärmung der vergangenen Jahrzehnte erheblich geschrumpft. Foto: Andrew Parsons

Wissen : Klimawandel treibt wärmeliebende Fischarten Richtung Erdpole

London (dpa) Die Erwärmung der Meere wirkt sich auch auf den Fischfang aus: Wie eine Auswertung globaler Fangstatistiken zeigt, verändert sich seit einigen Jahrzehnten die Zusammensetzung der Arten in den Netzen der Fischer. mehr...

Durch das Farbpigment Biliverdin werden die Gräten des Hornhechtes blau-grün gefärbt. Foto: Stefan Sauer

Wissen : Forscher lösen Hornhecht-Rätsel um blau-grüne Gräten

Stralsund/Hannover (dpa) Alte Fischer erzählen, Gott habe etwas zu viel getrunken, als er die Hornhechte erschuf. Anders - so die Legende - lasse sich die ungewöhnliche blau-grüne Färbung der Gräten nicht erklären. mehr...

Eine Forellenart verdrängt in einem Nationalpark Nordamerikas eine andere, die nicht mehr die Bäche hinaufwandert. Damit muss der Grizzlybär seine Nahrung umstellen - mit dramatischen Folgen für junge Hirsche. Foto: Wolfgang Thieme

Wissen : Neue Forelle bedroht die jungen Hirsche

London (dpa) Ein Umbruch bei Forellen im amerikanischen Yellowstone-See bedroht den Nachwuchs von Hirschen. Das berichten US-Biologen in den «Proceedings B» der britischen Royal Society. mehr...

OnAir
Sie können Antenne Unna übers Internet als Livestream hören.
  • Wählen Sie "Hohe Qualität", wenn Sie über eine Breitbandverbindung (DSL, Kabel, etc.) mit dem Internet verbunden sind.
  • Wählen Sie "Mittlere Qualität", wenn Sie über ein Modem oder über eine Mobilfunkverbindung (UMTS) mit dem Internet verbunden sind oder wenn Ihr Computer beim Aufruf des Streams mit der hohen Qualität eine Fehlermeldung zeigt.
Wetter
  • Sonntag
    Heiter
    Wind
    Nord-Nord-Ost mit 16 km/h
    Luftfeuchtigkeit
    55 %
  • Montag
    Stark bewölkt
    Wind
    West mit 22 km/h
    Luftfeuchtigkeit
    85 %
  • Dienstag
    Regen
    Wind
    West-Nord-West mit 18 km/h
    Luftfeuchtigkeit
    96 %
  • Mittwoch
    Regen
    Wind
    West-Nord-West mit 27 km/h
    Luftfeuchtigkeit
    79 %
Verkehrsmeldungen
  • A1
    A1 Münster Richtung Dortmund
    Zwischen AS Ascheberg und AS Hamm-Bockum/Werne Dauerbaustelle, Länge des betroffenen Abschnittes: 10 km
    A1 Dortmund - Osnabrück
    Zwischen AS Ascheberg und AS Münster-Nord in beiden Richtungen Dauerbaustelle, Länge des betroffenen Abschnittes: 6 km
  • A40
    A40 Duisburg - Venlo
    AS Wankum in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt
    A40 Essen Richtung Duisburg
    AS Duisburg-Häfen Einfahrt gesperrt
    A40 Essen Richtung Dortmund
    Zwischen AS Bochum-Dückerweg und AS Bochum-Freudenbergstraße 2 Baustellen, Länge des betroffenen Abschnittes: 4 km
  • A44
    A44 Mönchengladbach Richtung Aachen
    Kreuz Aachen Verbindungsfahrbahn blockiert
    A44 Mönchengladbach Richtung Aachen
    Kreuz Aachen Verbindungsfahrbahn blockiert
    A44 Dortmund Richtung Kassel
    AS Lichtenau (Westf.) Einfahrt gesperrt, Baustelle, der Umleitungsbeschilderung folgen
    A44 Kassel Richtung Dortmund
    AS Lichtenau (Westf.) Ausfahrt gesperrt, Dauer: 06.05.2013 09:00 Uhr bis 16.07.2013 20:00 Uhr
Blitzerhotline

Sie haben einen Blitzer im Kreis Unna entdeckt? Dann melden Sie sich bei uns. Die folgende Nummer erreichen Sie kostenlos aus dem deutschen Festnetz.

0800 / 5 777 988
Tickets
Aktion
Facebook