Wirtschaft : PC-Flaute brockt Hewlett-Packard Riesenverlust ein

am 23. August 2012 um 23:03 Uhr

Palo Alto (dpa) Der rapide Wandel in der Computerwelt hat dem einst unangefochtenen Branchenprimus Hewlett-Packard einen der größten Verluste in seiner 73-jährigen Firmengeschichte beschert.
Der weltgrößte Computerhersteller steckt tief in den roten Zahlen. Foto: Harry Melchert/Archiv

Der weltgrößte Computerhersteller steckt tief in den roten Zahlen. Foto: Harry Melchert/Archiv

Der Dinosaurier kommt nicht damit klar, dass die Kunden heute lieber zu Smartphones und Tabletcomputern greifen anstatt zum klassischen Windows-PC. Bei den neuen mobilen Geräten floppten bislang alle Bemühungen von HP.

Im dritten Geschäftsquartal (bis Ende Juli) schrieb das kalifornische Unternehmen einen Verlust von unterm Strich 8,9 Milliarden Dollar (7,1 Mrd Euro). Neben einem schwachen PC-Absatz trugen auch Abschreibungen und Kosten für den laufenden Konzernumbau zu dem Loch bei. Im Vorjahreszeitraum hatte HP noch 1,9 Milliarden Dollar verdient.

Die Aktie sackte am Donnerstag im frühen New Yorker Handel um 7 Prozent ab. «HP steckt noch immer ganz am Anfang einer Wende, die Jahre dauern wird», sagte Konzernchefin Meg Whitman bei der Vorlage der Zahlen am Mittwoch. «Es liegt noch einiges an Arbeit vor uns», betonte sie während einer Telefonkonferenz mit Analysten mehrfach und warnte: «Unser Fortschritt wird nicht geradlinig sein.»

Zusätzlich zu den Umbrüchen in der Branche und einer allgemein schwachen Konjunktur leidet HP unter hausgemachten Problemen: Querelen und konfuse Entscheidungen im Management hatten viel Vertrauen bei den Kunden verspielt. Der Marktanteil sinkt.

Der von SAP gekommene kurzzeitige Konzernchef Léo Apotheker hatte sich vom PC-Bereich trennen und stattdessen auf Software setzen wollen. Die Aktie brach damals ein, Apotheker musste gehen. Whitman übernahm vor einem knappen Jahr den Spitzenjob und versucht nun zu retten, was zu retten ist.

HP hatte bereits Anfang des Monats vor einem hohen Verlust gewarnt. Vor allem schlug eine Abschreibung auf den IT-Dienstleister EDS negativ zu Buche, den HP im Jahr 2008 für 13,9 Milliarden Dollar übernommen hatte - der Kauf brachte offenbar nicht das gewünschte Ergebnis. Insgesamt musste der Computerhersteller im Quartal Belastungen über 10,8 Milliarden Dollar verkraften.

Der Umsatz fiel zuletzt um 5 Prozent auf 29,7 Milliarden Dollar. HP verkaufte 6 Prozent weniger Tischrechner, 12 Prozent weniger Notebooks und 23 Prozent weniger Drucker. Besonders die Privatkunden hielten sich merklich zurück - wohl auch, weil das neue Microsoft-System Windows 8 erst im Herbst auf den Markt kommt. Selbst das Geschäft mit großen Firmenrechnern und Speichersystemen sowie mit Dienstleistungen schrumpfte. Einziger Lichtblick war die Software mit einem Wachstum von 18 Prozent.

Bereits der Rivale Dell hatte am Vortag trübe Zahlen vermeldet. Diese stehen im krassen Gegensatz zum Geschäftsverlauf beim iPhone- und iPad-Hersteller Apple, der zur gleichen Zeit zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen aller Zeiten aufgestiegen ist.

HP steht nach Daten der Marktforschungsfirma Gartner nur noch knapp an der Spitze der PC-Hersteller. Der chinesische Aufsteiger Lenovo ist den Amerikanern bei den Stückzahlen dicht auf den Fersen. In Deutschland hat der US-Konzern die Führungsposition demnach bereits verloren und ist auf Rang drei hinter Acer und Lenovo zurückgefallen.

Die schlechten Geschäftszahlen bekommen auch die Mitarbeiter zu spüren: Bei HP müssen insgesamt 27 000 Beschäftigte bis zum Herbst 2014 gehen. Das ist mehr als jeder zwölfte Beschäftigte. 4000 Mitarbeiter sind schon weg, bis Oktober sollen es 11 500 werden. Der Abbau gehe schneller voran als gedacht, sagte Whitman, und begründete dies unter anderem damit, dass zahlreiche Mitarbeiter das Angebot des Frühruhestands angenommen hätten.

Angesichts der schweren Lage nahm das HP-Management die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr zurück. «Das konjunkturelle Umfeld ist schlechter als wir dachten», sagte Finanzchefin Cathie Lesjak. Unterm Strich wird ein Verlust stehen.

Das könnte Sie auch interessieren
Die Arbeitslosenquote bei den unter 25-Jährigen liegt in Italien derzeit bei 38,4 Prozent. Foto: Marijan Murat

Wirtschaft : Italien: Maßnahmenpaket gegen Jugendarbeitslosigkeit

Rom (dpa) Italiens Arbeitsminister Enrico Giovannini will mit mehreren Maßnahmen gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit in dem Krisenland kämpfen. Rund zwölf Milliarden Euro will die Regierung nach dem EU-Gipfel im Juni dafür zur Verfügung stellen. mehr...

Baukräne und Bauarbeiten vor der Skyline von Hongkong. Foto: Jens Kalaene

Wirtschaft : Asiatische Gastarbeiter senden 260 Milliarden Dollar nach Hause

Bangkok (dpa) Asiatische Migranten haben 2012 insgesamt 260 Milliarden Dollar (202 Mrd Euro) an ihre Familien in den Heimatländern überwiesen. mehr...

Die Bürger Großbritanniens sollen nach 2015 über den Verbleib in der EU abstimmen. Foto: Andy Rain

Wirtschaft : Britische Wirtschaftsbosse rufen zu Verbleib in EU auf

London (dpa) Vorstandschefs und Mitglieder mehrerer großer britischer Unternehmen haben sich für einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union (EU) ausgesprochen. mehr...

Der Silberpreis ist am Pfingstmontag auf den tiefsten Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren gefallen. Foto: Sven Hoppe/Illustration

Wirtschaft : Silberpreis auf tiefstem Stand seit Herbst 2010

London/Frankfurt (dpa) - Im Abwärtsstrudel von Gold ist der Preis für Silber am Pfingstmontag auf den tiefsten Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren gefallen. Eine Feinunze (31 Gramm) des Edelmetalls kostete zeitweise nur noch 20,90 US-Dollar und damit so wenig wie zuletzt Ende September 2010. mehr...

Im Geschäftsjahr 2013/14 könnten Wachstum und Gewinnanstieg von Ryanair geringer ausfallen als zuletzt. Foto: Lex van Lieshout

Wirtschaft : Ryanair blickt nach Erfolgsjahr vorsichtig in die Zukunft

London/Dublin (dpa) Der irische Billigflieger Ryanair blickt nach einem starken Jahr mit Vorsicht nach vorne. Im Geschäftsjahr 2013/14 würden Wachstum und Gewinnanstieg geringer ausfallen als zuletzt, teilte Ryanair am Montag in Dublin mit. mehr...

Danone baut sein Geschäft in China aus. Foto: Andreas Gebert/Illustration

Wirtschaft : Danone investiert 325 Millionen Euro in China

Paris/Peking (dpa) Der weltgrößte Joghurthersteller Danone baut sein Geschäft in China mit einer Beteiligung an dem größten Milchproduzenten des Landes aus. Die Franzosen steigen mit rund vier Prozent bei Mengniu ein. mehr...

Das Aus für Ein- und Zwei-Cent-Münzen könnte für Hilfsorganisationen einen Rückgang der Spenden bedeuten. Foto: Boris Roessler

Wirtschaft : Cent-Münzen auf dem Prüfstand: Kinderhilfswerk fürchtet um Spenden

Berlin (dpa) Hilfsorganisationen wie das Deutsche Kinderhilfswerk befürchten einen deutlichen Spendenrückgang, sollten Ein- und Zwei-Cent-Münzen tatsächlich abgeschafft werden. mehr...

Bundesbank-Präsident Weidmann fordert von der französischen Regierung einen härteren Sparkurs. Foto: Arno Burgi / Archiv

Wirtschaft : Bundesbank-Chef fordert von Frankreich härteren Sparkurs

Berlin/Paris (dpa) Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hält den Aufschub für Frankreich beim Defizitabbau für bedenklich. «Die Glaubwürdigkeit der neuen Regeln wird sicher nicht gestärkt, wenn man die darin enthaltene Flexibilität gleich zu Anfang maximal ausschöpft», sagte Weidmann der «Bild am Sonntag». mehr...

Die Telekom will herausfinden, ob sie künftig in bestimmten Neubaugebieten auf feste Leitungen verzichten kann. Foto: Rolf Vennenbernd / Symbolbild

Wirtschaft : Telekom will Drahtlos-Anschlüsse in bestimmten Neubaugebieten testen

Bonn (dpa) Die Deutsche Telekom will testen, ob sie in einzelnen Neubaugebieten Festnetzanschlüsse durch drahtlose Anschlüsse ersetzen kann. mehr...

Josef Ackermann will nicht Chef des Siemens-Aufsichtsrates werden. Foto: Emily Wabitsch/Archiv

Wirtschaft : Ackermann weist Spekulationen über Zukunft bei Siemens zurück

Berlin/München (dpa) Der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann will nach eigenen Worten nicht Nachfolger von Gerhard Cromme an der Spitze des Siemens-Aufsichtsrates werden. mehr...

OnAir
Sie können Antenne Unna übers Internet als Livestream hören.
  • Wählen Sie "Hohe Qualität", wenn Sie über eine Breitbandverbindung (DSL, Kabel, etc.) mit dem Internet verbunden sind.
  • Wählen Sie "Mittlere Qualität", wenn Sie über ein Modem oder über eine Mobilfunkverbindung (UMTS) mit dem Internet verbunden sind oder wenn Ihr Computer beim Aufruf des Streams mit der hohen Qualität eine Fehlermeldung zeigt.
Wetter
  • Montag
    Regen
    Wind
    West-Süd-West mit 14 km/h
    Luftfeuchtigkeit
    94 %
  • Dienstag
    Regenschauer
    Wind
    Süd-West mit 20 km/h
    Luftfeuchtigkeit
    81 %
  • Mittwoch
    Stark bewölkt
    Wind
    West-Nord-West mit 20 km/h
    Luftfeuchtigkeit
    78 %
  • Donnerstag
    Gewitter
    Wind
    West-Nord-West mit 25 km/h
    Luftfeuchtigkeit
    94 %
Verkehrsmeldungen
  • A1
    A1 Münster Richtung Dortmund
    Zwischen AS Ascheberg und AS Hamm-Bockum/Werne Dauerbaustelle, Länge des betroffenen Abschnittes: 10 km
    A1 Dortmund - Osnabrück
    Zwischen AS Ascheberg und AS Münster-Nord in beiden Richtungen Dauerbaustelle, Länge des betroffenen Abschnittes: 6 km
  • A40
    A40 Duisburg - Venlo
    AS Wankum in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt
    A40 Essen Richtung Duisburg
    AS Duisburg-Häfen Einfahrt gesperrt
    A40 Essen Richtung Dortmund
    Zwischen AS Bochum-Dückerweg und AS Bochum-Freudenbergstraße 2 Baustellen, Länge des betroffenen Abschnittes: 4 km
  • A44
    A44 Mönchengladbach Richtung Aachen
    Kreuz Aachen Verbindungsfahrbahn blockiert
    A44 Mönchengladbach Richtung Aachen
    Kreuz Aachen Verbindungsfahrbahn blockiert
    A44 Dortmund Richtung Kassel
    AS Lichtenau (Westf.) Einfahrt gesperrt, Baustelle, der Umleitungsbeschilderung folgen
    A44 Kassel Richtung Dortmund
    AS Lichtenau (Westf.) Ausfahrt gesperrt, Dauer: 06.05.2013 09:00 Uhr bis 16.07.2013 20:00 Uhr
Blitzerhotline

Sie haben einen Blitzer im Kreis Unna entdeckt? Dann melden Sie sich bei uns. Die folgende Nummer erreichen Sie kostenlos aus dem deutschen Festnetz.

0800 / 5 777 988
Tickets
Aktion
Facebook