Wirtschaft : Reebok bleibt Sorgenkind der Aktionäre

Von Elke Richter, dpa am 10. Mai 2012 um 15:53 Uhr

Fürth (dpa) Nur die zögerliche Entwicklung der Tochter Reebok und die Höhe der Dividende haben die Adidas-Aktionäre auf der Hauptversammlung am Donnerstag schärfer kritisiert - ansonsten herrschte weitgehend eitel Sonnenschein.
Nach einem Rekordjahr sind die Adidas-Aktionäre mit ihrem Unternehmen mehr als zufrieden. Nur die Dividende ist ihnen zu niedrig. Und Reebok macht wieder einmal Sorgen. Foto: Daniel Karmann

Nach einem Rekordjahr sind die Adidas-Aktionäre mit ihrem Unternehmen mehr als zufrieden. Nur die Dividende ist ihnen zu niedrig. Und Reebok macht wieder einmal Sorgen. Foto: Daniel Karmann

Denn der Sportartikelhersteller hat im vergangenen Jahr neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn aufgestellt. Auch die selbst gesteckten mittelfristigen Wachstumsziele würden auf jeden Fall erreicht, versicherte Vorstandschef Herbert Hainer in Fürth.

«Unser Optimismus für die kommenden Jahre gründet auf internen wie externen Faktoren», erläuterte Hainer. Die Marken seien begehrt, das Unternehmen international breit aufgestellt, und alle Vertriebskanäle hätten weiteres Wachstumspotenzial. «Darüber hinaus profitieren wir davon, dass sich durch das starke Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern Asiens, Osteuropas und Lateinamerikas immer mehr Konsumenten unsere Produkte leisten können und wollen.»

Hainer zeigte sich daher «schon heute felsenfest davon überzeugt», dass das Dax-Unternehmen sein Ziel erreichen wird, bis 2015 den Umsatz von zuletzt 13,3 Milliarden Euro auf 17 Milliarden Euro zu steigern.

Auch die Aktionäre waren mit der Entwicklung der weltweiten Nummer zwei hinter Branchenprimus Nike ausgesprochen zufrieden und dankten dem Vorstand für seine «wirklich gute Arbeit». Sie kritisierten jedoch die Höhe der Dividende, die von 80 Cent auf 1,00 Euro angehoben wurde.

Auch der Anteil von Frauen in Führungspositionen müsse steigen, forderten mehrere Redner - Aufsichtsratschef Igor Landau versprach bei der nächsten Wahl 2014 die Berufung von mindestens drei Frauen in das Kontrollgremium. Eine Vertreterin der Kampagne für saubere Kleidung forderte Adidas auf, mehr Verantwortung für die Arbeitnehmer in den Produktionsfabriken zu übernehmen.

Die stärkste Kritik der Aktionäre betraf die seit der Übernahme 2006 zögerliche Entwicklung der Tochter Reebok. «Es dauert alles viel länger, als wir gedacht haben», beklagte etwa Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. «Die größte Baustelle heißt Reebok», resümierte Gerhard Jäger von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger die Situation des Konzerns.

Unbehagen bereitete den Aktionären auch die kürzlich bekanntgewordenen finanziellen Unregelmäßigkeiten bei Reebok in Indien. «Hier waren kriminelle Machenschaften am Werk, die man so nicht entdecken konnte», berichtete Hainer. Inzwischen sei Strafanzeige gegen die zwei früheren Geschäftsführer gestellt worden.

Adidas beschäftigte zuletzt weltweit knapp 47 000 Mitarbeiter und erzielte 2011 einen neuen Umsatz- und Gewinnrekord. Die Erlöse stiegen um 11,3 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro, der Gewinn legte um 18 Prozent auf 671 Millionen Euro zu. Das erste Quartal 2012 lief so gut, dass die Franken gleich die Prognose anhoben und nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von fast zehn Prozent und eine Gewinnsteigerung um 12 bis 17 Prozent auf 750 bis 785 Millionen Euro in Aussicht stellen.

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