Wirtschaft : Metall-Tarifrunde von Warnstreiks begleitet

am 09. Mai 2012 um 14:26 Uhr

Bremen/Hannover (dpa) Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie haben am Mittwoch bundesweit rund 60 000 Beschäftigte aus 380 Betrieben mit Warnstreiks und Kundgebungen für ihre Forderungen demonstriert.
Der Forderung der Metaller nach 6,5 Prozent mehr Lohn steht bisher ein Arbeitgeber-Angebot von drei Prozent bei 14-monatiger Laufzeit gegenüber. Foto: Carsten Rehder

Der Forderung der Metaller nach 6,5 Prozent mehr Lohn steht bisher ein Arbeitgeber-Angebot von drei Prozent bei 14-monatiger Laufzeit gegenüber. Foto: Carsten Rehder

Gleichzeitig endeten in mehreren Bezirken die vierten Verhandlungsrunden ohne Annäherung. Sollte es bis Pfingsten nicht zu einer Einigung kommen, rückt ein Arbeitskampf näher. Im möglichen Pilotbezirk Baden-Württemberg war der bundesweite Auftakt zur vierten Tarifrunde am Vorabend ohne Ergebnis geblieben. Eine Expertenkommission soll dort einen Kompromiss ausloten.

Die Fronten scheinen verhärtet. Knackpunkte in der Tarifauseinandersetzung sind die von der IG Metall geforderte unbefristete Übernahme der Ausgebildeten und mehr Mitbestimmung bei Leiharbeit. Das lehnen die Arbeitgeber ab. Der Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn steht bisher ein Arbeitgeber-Angebot von drei Prozent bei 14-monatiger Laufzeit gegenüber.

Im Bezirk Küste mit seinen 140 000 Beschäftigen in der Branche setzen die Verhandlungsparteien jetzt auf die Kommission in Baden-Württemberg, die am 15. Mai Lösungswege aus dem Konflikt aufzeigen soll. Sie vereinbarten deshalb keinen neuen Gesprächstermin. «Wenn das nicht zu einem neuen Schub führt, werden wir uns an der Küste auf einen Arbeitskampf vorbereiten», betonte IG-Metall-Bezirksleiter Meinhard Geiken. «Es trennen uns immer noch Welten», sagte Nordmetall-Verhandlungsführer Thomas Lambusch. Die Warnstreiks hätten zudem «Schärfe in die Verhandlungen gebracht».

Die Tarifpartner im Bezirk Niedersachsen warfen sich am Mittwoch gegenseitig eine starre Verweigerungshaltung vor. Statt konstruktiv zu verhandeln, hätten die Arbeitgeber nichts substanziell Neues gesagt und einen weiteren Verhandlungstermin abgelehnt, kritisierte die IG Metall nach dem Ende des Treffens in Hannover. IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine nannte das Verhalten der Gegenseite empörend. «Ein ungeheuerlicher Vorgang, der die Metallerinnen und Metaller zur Ausweitung der Warnstreiks zwingt. Die Uhr tickt», sagte er. In der Woche vor Pfingsten müsse es zu einem Ergebnis kommen, sonst drohten Urabstimmung und Streik.

Die Tarifverhandlungen für die rund 400 000 Beschäftigten in Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und das Saarland dauerten am Nachmittag in Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) noch an.

Für den ganzen Norden kündigte Geiken für diesen Donnerstag einen Küstenaktionstag mit Warnstreiks und Kundgebungen an. Die Gewerkschaft rechnet mit insgesamt mehreren zehntausend Teilnehmern. «Wir wollen deutlich machen, die Arbeitgeber sind auf dem falschen Weg», sagte Geiken. Die Metaller sollen Druck machen für die Forderungen nach 6,5 Prozent mehr Geld, die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten und mehr Mitbestimmung bei Leiharbeit. Zentrale Kundgebungen sind in Kiel und Bremen geplant.

Auch in Bayern wird es am Donnerstag zur vierten Tarifrunde weitere Warnstreiks geben. Schwerpunkt ist unter anderem München, wo etwa bei MAN und MTU Aktionen geplant sind. Insgesamt rechnet die IG Metall dort mit vielen zehntausend Teilnehmer.

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