Computer : Deutsche Telekom will sich stärker für Startups öffnen

am 08. Mai 2012 um 12:44 Uhr

Berlin (dpa) Die Deutsche Telekom will sich künftig stärker für Kooperationen mit Startup-Unternehmen und andere Partner öffnen. Das kündigte Konzernchef René Obermann am Dienstag in Berlin zum Auftakt der Konferenz Next an.
Telekom-Konzernchef René Obermann. Foto: Oliver Berg

Telekom-Konzernchef René Obermann. Foto: Oliver Berg

Zur Förderung von innovativen Geschäftsideen werde die Deutsche Telekom ein eigenes Inkubator-Programm mit dem Namen «hub:raum» in der Hauptstadt gründen. Das Telekom-Projekt soll Geschäftsgründern eine faire Startfinanzierung bis zu 300 000 Euro bieten. Außerdem will die Telekom Büroräume vermitteln und die Startup-Unternehmen mit einer Telekommunikations-Infrastruktur ausstatten. «Wir müssen Innovation von draußen reinholen. Wir öffnen uns», sagte Obermann. «Große Unternehmen müssen lernen, zu tanzen und mit Partnern umzugehen.»

Das Inkubator-Programm der Telekom wird von den Managern Min-Kin Mak und Peter Borchers geleitet. Die Abteilung wird in der Geschäftseinheit New Biz & Partnering der Deutschen Telekom angesiedelt. Interessierte Startups können sich von sofort an auf der Webseite www.hubraum.telekom.com um Aufnahme in das Programm bewerben. Pro Jahr sollen etwa zehn bis 15 Startups aufgenommen werden.

Obermann sprach von einem «T-Incubator» und betonte, «hub:raum» sei Teil der Strategie der Telekom, sich nicht auf das Bereitstellen von «dummen Röhren» (dumb pipes) reduzieren zu lassen. Angesicht sinkender Preise und eines enorm gestiegenen Datenvolumens werde die Telekom auf «smarter Connectivity» setzen und ihren Kunden einen nahtlosen Übergang zwischen verschiedenen technischen Netzwerken wie 3G (UMTS), 4G (LTE) und WiFi bieten. «Das Gerät verbindet sich mit dem besten Netzwerk automatisch, ohne dass der Kunde etwas unternehmen muss.»

Die Öffnung der Deutschen Telekom soll nach Obermanns Angaben auch technische Schnittstellen (API) umfassen. So sollen Partner-Unternehmen künftig verstärkt auf Netzwerk-Schnittstellen, die Abrechnungssysteme der Telekom oder Netzwerke für die Maschinen-zu-Maschinen-Kommunikation zugreifen können.

Ergänzt werde dies durch Partnerschaften, wie sie die Telekom bereits mit Firmen wie Groupon oder Lookout eingegangen sei. Die nächste große Herausforderung für die Branche bestehe darin, eine noch höhere Kundenzufriedenheit zu erreichen. Neben der bestmöglichen Konnektivität spielten dabei vor allem die Themen Sicherheit und Einfachheit eine Rolle.

Die Next bezeichnet sich als «führende europäische Konferenz für die digitale Industrie». Sie findet noch bis Mittwoch in Berlin-Kreuzberg statt.

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