Blickpunkt : Nasa-Experten: Mars-Landschaft ähnelt stark der Erde

am 09. August 2012 um 10:32 Uhr

Washington (dpa) Der Marsrover «Curiosity» hat seinen drehbaren Kamera-Mast ausgefahren und auch gleich ein erstes Panorama-Foto der Umgebung an die Erde geschickt. Auf dem noch sehr gering aufgelösten Schwarz-Weiß-Bild sind Hügel am Horizont zu erkennen.
Der Rover «Curiosity» schickt immer bessere Fotos vom Mars und lässt damit Wissenschaftler jubeln. Die hügelige Landschaft erinnert an die Erde. Foto: Nasa/JPL-Caltech/MSSS

Der Rover «Curiosity» schickt immer bessere Fotos vom Mars und lässt damit Wissenschaftler jubeln. Die hügelige Landschaft erinnert an die Erde. Foto: Nasa/JPL-Caltech/MSSS

Stunden später schickte «Curiosity» das Bild in Farbe und begeisterte damit die Wissenschaftler. «Mein erster Eindruck ist, dass es an dieser Stelle viel mehr unterschiedliche Farben gibt als an anderen Orten auf dem Mars». Das erklärte Mike Malin, der mit seinem Unternehmen Kameras für die Marsmission konstruiert hat, bei einer Pressekonferenz der US-Raumfahrtbehörde Nasa am Donnerstag im kalifornischen Pasadena.

Die Landschaft auf dem aus 130 Einzelbildern zusammengesetzten Panorama-Foto changiert zwischen rot, braun, schwarz und dunkelblau. Wahrscheinlich handele es sich um Sanddünen und verschiedene Formen und Arten von Sand und Gestein, sagte Malin. Die Farben entsprächen allerdings aus technischen Gründen nicht genau den echten Farben auf dem Mars. Auch sagten sie nichts über die Zusammensetzung des Gesteins aus. «Sie geben uns aber einen Hinweis darauf, dass das Gestein verschiedene Strukturen aufweist.»

Unterdessen würden weiter die Instrumente an Bord des Rovers geprüft und neue Software hochgeladen, sagte Nasa-Manager Mike Watkins. «"Curiosity" benimmt sich weiter fehlerlos.»

Auch die Antennen zur Erleichterung der Kommunikation mit der Erde arbeiten inzwischen einwandfrei. «Sie schicken uns jede Menge Daten», sagte Nasa-Managerin Jennifer Trosper. Eine der Antennen hatte zuvor nicht genau in die korrekte Richtung gezeigt. Das Problem sei so gut wie behoben. Auch kleinere Probleme bei einer Wetterstation an Bord von «Curiosity» seien gelöst. Die Atombatterie des Rovers habe sogar noch mehr Energie als ursprünglich gedacht. «Das ist fantastisch, weil der Roboter so möglicherweise länger aktiv bleiben kann.»

Auch erste Wetterdaten vom Mars, die «Curiosity» gesendet hat, haben die Wissenschaftler überrascht. «Es ist ein bisschen wärmer, als wir gedacht haben.» Das sei für die Mission aber kein Problem. «Wir müssen uns nur darauf einstellen und manche Dinge eventuell zu anderen Tageszeiten unternehmen.»

Von «Curiosity» geschickte hochaufgelöste Fotos der Mars-Oberfläche faszinieren unterdessen die Wissenschaftler. «Der erste Eindruck ist, wie ähnlich der Erde es dort aussieht», sagte Nasa-Wissenschaftler John Grotzinger. «Es bewirkt, dass man sich wie zu Hause fühlt. Interessant wird jetzt, herauszufinden, was genau dort anders ist.» Der Gale-Krater, in dem «Curiosity» gelandet ist, scheine von Steinen bedeckt zu sein, die von dem Hügeln am Kraterrand durch einst existierendes fließendes Wasser in die Ebene gespült wurden. Auch harter Felsboden sei zu erkennen.

Erste Messungen eines an der Universität Kiel entwickelten Strahlungsmessgerätes haben eine in Abständen hohe Strahlung ergeben. Dabei handele es sich aber nur um vorläufige Messungen und Daten, sagte Nasa-Wissenschaftler Don Hassler. Das Gerät müsse erst richtig eingerichtet werden. «Aber wir bekommen schon einen Vorgeschmack auf die aufregenden Experimente und Ergebnisse, die wir sehen werden.» Der Marsrover «Curiosity» war am Montag nach rund acht Monaten Flug gelandet. Es ist die teuerste und technisch ausgefeilteste Mission, die je zum Roten Planeten geschickt worden ist.

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