Blickpunkt : Streit am Zuckerhut: Was bringt Rio+20?

am 21. Juni 2012 um 12:43 Uhr

Rio de Janeiro (dpa) Beim UN-Gipfel Rio+20 ist schon vor Abschluss erbittert über die Bewertung der Ergebnisse gestritten worden. Umweltverbände und linke Staatschefs halten den Gipfel für gescheitert und das Konzept der Grünen Ökonomie für verfehlt.
Protest gegen einen "grünen Kapitalismus" beim Rio+20-Gipfel. Foto: Santi Carneri

Protest gegen einen "grünen Kapitalismus" beim Rio+20-Gipfel. Foto: Santi Carneri

Gastgeber Brasilien und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sehen dagegen eine Basis gelegt, auf der in den kommenden Jahren aufgebaut werden kann. Umweltminister Peter Altmaier (CDU) muss sich Kritik gefallen lassen, dass er nicht stärker für bessere Resultate gekämpft hat.

«Keine Ziele, keine verbindlichen Fristen, keine Visionen», lautete die Zwischenbilanz, die Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace, WWF und Oxfam gemeinsam mit Blick auf die geplante Deklaration formulierten. Einer der Hauptkritikpunkte: Die Staaten gäben über 600 Milliarden Dollar Subventionen für fossile Brennstoffe jährlich aus und in Rio gebe es kein Geld für nachhaltige Entwicklung. «Das ist eine neue Definition von Heuchelei», urteilte der politische Direktor von Greenpeace, Daniel Mittler, für den der Gipfel «kurz vor einem Desaster» steht.

UN-Generalsekretär Ban sieht in Rio+20 dagegen den Anfang des Weges «für eine nachhaltigere und bessere Zukunft für uns und nachfolgende Generationen». Er sei zuversichtlich, dass das rund 50-seitige Abschlussdokument mit dem Titel «Die Zukunft, die wir wollen» ein festes Fundament sei, um bei der nachhaltigen Entwicklung voranzukommen. An dem Gipfel nehmen über 100 Staats- und Regierungschefs teil. Sie wollen den Text am Freitag verabschieden.

Altmaier hält den Kompromiss für eine «tragfähige Grundlage», obwohl er sich in einigen Punkten - wie der Aufwertung des UN-Programms UNEP zu einer vollwertigen UN-Agentur oder dem Meeresschutz - mehr gewünscht hätte. Aber die Erklärung sei «alles andere als armselig», sagte er dem rbb-Inforadio. Dank des Einsatzes der Europäer und Deutschlands sei es möglich gewesen, die Papiere, die allesamt nicht sehr ehrgeizig gewesen seien, noch einmal wesentlich zu verbessern.

Boliviens linker Präsident Evo Morales erteilte dem Konzept einer «Green Economy» eine klare Absage. «Es geht um eine Kolonalisierung der Natur, die die natürlichen Ressourcen kommerzialisiert», kritisierte der Bolivianer. Die kapitalistischen Regierungen nutzten in Rio die Umweltthemen, um ihre Vorherrschaft auszubauen. Die Entwicklungsländer forderten in Rio die Einrichtung von Milliarden- Fonds für nachhaltige Entwicklung. Die Industrieländer hatten dies auch angesichts der Wirtschaftskrise geblockt.

Harsche Kritik übte der in Rio anwesende umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Matthias Miersch. «Das derzeit verhandelte Abschlussdokument der Konferenz ist nicht das Papier wert, auf dem es stehen wird», erklärte er. Die Welt dürfe nicht mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner zufrieden sein. «Aktuell tun die deutschen Minister vor Ort leider zu wenig dafür, dass eine progressive Erklärung doch noch zustande kommt.» Auch Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) ist in Rio.

In der Deklaration wollen sich Gipfelteilnehmer unter anderem zu einer grundsätzlichen Stärkung des UN-Umweltprogramms (UNEP) bekennen, die Entwicklung von Nachhaltigkeitszielen bis 2015 auf den Weg bringen und Impulse für ein ressourcenschonenderes Wirtschaftsmodell geben. Klare Ziel- und Zeitvorgaben sind in dem entscheidenden Text aber Mangelware.

Das könnte Sie auch interessieren
Die Nachricht über den Leichenfund verbreitete sich schnell. Foto: Robin van Lonkhuijsen

Blickpunkt : Zwei Leichen in den Niederlanden entdeckt

Utrecht (dpa) Knapp zwei Wochen nach dem Verschwinden von zwei Jungen in den Niederlanden sind am Sonntag zwei Leichen entdeckt worden. mehr...

Mit Tränengas und Gummigeschossen ging die Polizei in Tunis gegen Anhänger der Gruppe Ansar al-Schariaai al Tadamon vor. Foto: Str

Blickpunkt : Todesopfer nach Ausschreitungen von radikalen Islamisten in Tunesien

Tunis (dpa) Nach dem Verbot eines Salafisten-Kongresses ist es am Rande der tunesischen Hauptstadt Tunis zu Straßenschlachten zwischen radikalen Islamisten und Sicherheitskräften gekommen. mehr...

Bunte Landschaft und viel Himmel erstreckt sich in Brandenburg. Foto: Patrick Pleul

Blickpunkt : Mal Sonne, mal Regen: Pfingstwetter wechselt je nach Region

Offenbach (dpa) Ob die beliebte Radtour zu Pfingsten ein Erfolg wird, liegt auch am Wohnort. Die Sonne verwöhnt nicht alle Regionen Deutschlands. mehr...

Während der Bombenentschärfung mussten umliegende Straßen gesperrt werden. Foto: Fredrik von Erichsen

Blickpunkt : Weltkriegsbombe in Frankfurt erfolgreich entschärft

Frankfurt/Main (dpa) Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen haben Spezialisten in Frankfurt eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft. Der 500 Kilogramm schwere Sprengsatz war bei Bauarbeiten entdeckt worden. mehr...

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer beim 64. Sudetendeutschen Tag. Foto: Andreas Gebert

Blickpunkt : Seehofer erhält Karls-Preis der Sudetendeutschen

Augsburg (dpa) Die Sudetendeutsche Landsmannschaft wird heute Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer mit ihrem Karls-Preis auszeichnen. Der CSU-Vorsitzende wird dazu beim 64. Sudetendeutschen Tag in Augsburg erwartet.  mehr...

Die Personalakte des ehemaligen Rottenführers Hans Lipschis in Auschwitz-Birkenau. Foto: Archive of the Auschwitz-Birkenau State Museum

Blickpunkt : «WamS»: Ex-KZ-Wächter wird tausendfache Mord-Beihilfe vorgeworfen

Berlin (dpa) Die Staatsanwaltschaft wirft dem früheren KZ-Wachmann Hans Lipschis (93) nach Information der «Welt am Sonntag» Beihilfe zum Mord in 9515 Fällen vor. Das gehe aus dem Haftbefehl des Amtsgerichts Stuttgart hervor, der der Zeitung vorliege. mehr...

Mit Begleitflugzeug: Eine «Euro Hawk»-Drohne über dem Luftwaffenstützpunkt Manching. Foto: Armin Weigel/Archiv

Blickpunkt : De Maizière will Anfang Juni Bericht zum «Euro Hawk» vorlegen

Berlin (dpa) Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) will den Bundestag am 5. Juni über die Entscheidungsprozesse bei dem gescheiterten Drohnenprojekt «Euro Hawk» informieren. mehr...

Als erste Frau aus Saudi-Arabien hat eine 25-Jährige den Gipfel des Mount Everest bestiegen. Foto: Helfried Weyer/Archiv

Blickpunkt : Erste Frau aus Saudi-Arabien erklimmt Mount Everest

Kathmandu (dpa) Zuerst musste sie die Familie von ihrem Vorhaben überzeugen, dann wagte sie sich auf den Everest: Eine 25-jährige Saudi-Araberin besteigt den Gipfel der Welt und widersetzt sich damit den konservativen Leitbildern ihres Herkunftslands. mehr...

Eine nordkoreanische Rakete des Typs Musudan. Foto: Kcna/Archiv

Blickpunkt : Nordkorea feuert erneut Rakete ab - UN-Generalsekretär besorgt

Seoul (dpa) Nur einen Tag nach dem Abfeuern von drei Raketen hat Nordkoreas Militär nach südkoreanischen Angaben am Sonntag erneut ein Geschoss in Richtung Japanisches Meer abgefeuert. mehr...

OnAir
Sie können Antenne Unna übers Internet als Livestream hören.
  • Wählen Sie "Hohe Qualität", wenn Sie über eine Breitbandverbindung (DSL, Kabel, etc.) mit dem Internet verbunden sind.
  • Wählen Sie "Mittlere Qualität", wenn Sie über ein Modem oder über eine Mobilfunkverbindung (UMTS) mit dem Internet verbunden sind oder wenn Ihr Computer beim Aufruf des Streams mit der hohen Qualität eine Fehlermeldung zeigt.
Wetter
  • Sonntag
    Heiter
    Wind
    Nord-Nord-Ost mit 16 km/h
    Luftfeuchtigkeit
    55 %
  • Montag
    Stark bewölkt
    Wind
    West mit 22 km/h
    Luftfeuchtigkeit
    85 %
  • Dienstag
    Regen
    Wind
    West-Nord-West mit 18 km/h
    Luftfeuchtigkeit
    96 %
  • Mittwoch
    Regen
    Wind
    West-Nord-West mit 27 km/h
    Luftfeuchtigkeit
    79 %
Verkehrsmeldungen
  • A1
    A1 Kölner Ring: Euskirchen - Dortmund
    Zwischen Kreuz Köln-Nord und AS Köln-Niehl in beiden Richtungen Gefahr durch Personen auf der Fahrbahn, Gefahr durch defektes Fahrzeug
    A1 Münster Richtung Dortmund
    Zwischen AS Ascheberg und AS Hamm-Bockum/Werne Dauerbaustelle, Länge des betroffenen Abschnittes: 10 km
    A1 Dortmund - Osnabrück
    Zwischen AS Ascheberg und AS Münster-Nord in beiden Richtungen Dauerbaustelle, Länge des betroffenen Abschnittes: 6 km
  • A40
    A40 Duisburg - Venlo
    AS Wankum in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt
    A40 Essen Richtung Duisburg
    AS Duisburg-Häfen Einfahrt gesperrt
    A40 Essen Richtung Dortmund
    Zwischen AS Bochum-Dückerweg und AS Bochum-Freudenbergstraße 2 Baustellen, Länge des betroffenen Abschnittes: 4 km
  • A44
    A44 Mönchengladbach Richtung Aachen
    Kreuz Aachen Verbindungsfahrbahn blockiert
    A44 Mönchengladbach Richtung Aachen
    Kreuz Aachen Verbindungsfahrbahn blockiert
    A44 Dortmund Richtung Kassel
    AS Lichtenau (Westf.) Einfahrt gesperrt, Baustelle, der Umleitungsbeschilderung folgen
    A44 Kassel Richtung Dortmund
    AS Lichtenau (Westf.) Ausfahrt gesperrt, Dauer: 06.05.2013 09:00 Uhr bis 16.07.2013 20:00 Uhr
Blitzerhotline

Sie haben einen Blitzer im Kreis Unna entdeckt? Dann melden Sie sich bei uns. Die folgende Nummer erreichen Sie kostenlos aus dem deutschen Festnetz.

0800 / 5 777 988
Tickets
Aktion
Facebook