Sonntag, 24. September 2017
09. September 2017 um 19:00 Uhr von Von Maximilian Haupt, dpa

Fußball : BVB in Überzahl 0:0 gegen Freiburg: «Das war zu wenig heute»

Freiburg (dpa) Borussia Dortmund hat am dritten Spieltag erstmals nicht gewonnen - und das trotz einer Stunde Überzahl gegen den SC Freiburg. Trainer Bosz war über das 0:0 im Breisgau überhaupt nicht amüsiert und muss wohl schon wieder auf seinen Kapitän verzichten.
Rot für den Freiburger Yoric Ravet in der 30. Minute. Der BVB konnte die einstündige Überzahl nicht nutzen. Foto: Patrick Seeger

Rot für den Freiburger Yoric Ravet in der 30. Minute. Der BVB konnte die einstündige Überzahl nicht nutzen. Foto: Patrick Seeger

Der SC Freiburg hat mit einem 0:0 in Unterzahl den schwungvollen Saisonstart von Borussia Dortmund gebremst und dem BVB eine Heimreise mit schlechter Laune beschert.

«Wenn man eine Stunde mit einem Mann mehr spielt, muss man gewinnen», sagte Dortmunds Trainer Peter Bosz. «Das war zu wenig heute. Das ist für Freiburg ein Punkt gewonnen und für uns zwei verloren.»

Freiburg bleibt nach drei Spieltagen in der Fußball-Bundesliga zwar ohne Sieg, geht aber zumindest mit einem guten Gefühl ins Duell mit Bayer Leverkusen am kommenden Wochenende. «Wir haben ein außergewöhnlich gutes Spiel gemacht», lobte Kapitän Christian Günter.

In dem hitzig geführten Duell vor 24 000 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwald-Stadion waren die Gastgeber am Samstag so lange in Überzahl, weil Neuzugang Yoric Ravet nach einem Foul an BVB-Kapitän Marcel Schmelzer mit Rot vom Platz musste (29. Minute). Der nicht souverän wirkende Schiedsrichter Benjamin Cortus zeigte dem Franzosen zunächst die gelbe Karte, entschied nach dem Einsatz des Video-Assistenten aber auf Rot. «Ich habe die Szene gesehen: Da ist Rot vertretbar», sagte SC-Trainer Christian Streich, meinte aber auch: «Wenn er Gelb gibt, macht er keinen Fehler.»

Für Schmelzer endete das Comeback nach überstandener Verletzung am Sprunggelenk und wochenlanger Pause deswegen schmerzhaft und frühzeitig. «Ich glaube, das mit Schmelle ist schlimmer», sagte Bosz und vermutete eine erneute Verletzung am Sprunggelenk, kannte zu diesem Zeitpunkt aber noch keine Untersuchungsergebnisse. Schmelzer wurde nach Angaben von Streich vom SC-Arzt ins Krankenhaus gebracht.

Neben Übeltäter Ravet, der bis dahin unauffällig geblieben war, brachte Streich noch fünf weitere Profis, die beim 1:4 gegen RB Leipzig nicht in der Startelf standen. Auch Tim Kleindienst durfte anstelle von Florian Niederlechner von Beginn an spielen und vergab nach sechs Minuten bereits eine riesengroße Gelegenheit zur Führung. Freigespielt von Günter und Janik Haberer scheiterte der Stürmer mit einem schwachen Abschluss am ehemaligen Freiburger Roman Bürki im Tor des BVB.

Mit bissigen Kontern und guter Defensivarbeit hätten sich die noch sieglosen Breisgauer die Führung in der Anfangsphase verdient gehabt. Außer einem zu hoch angesetzten Kopfball von Torschützenkönig Pierre-Emerick Aubameyang brachte der BVB lange Zeit überhaupt nichts zustande und wirkte ideenlos. «Wir sind enttäuscht», sagte Bosz.

Allerdings musste der Niederländer schon vor dem Foul an Schmelzer unfreiwillig wechseln. Marc Bartra hatte sich nach 18 Minuten an die Leiste gefasst. Für ihn kam der ehemalige Freiburger Ömer Toprak.

In Unterzahl verlagerte sich das Spiel dann nahezu komplett in die Freiburger Hälfte. Nuri Sahin prüfte SC-Torwart Alexander Schwolow mit einem Distanzschuss (40.). Unmittelbar nach dem Seitenwechsel verhinderte Schwolow mit einer Parade gegen Christian Pulisic den Rückstand (46.).

Ein Kopfball von Aubameyang geriet erneut zu hoch (54.), wenig später rutschten drei Dortmunder an einer Flanke von Gonzalo Castro vorbei - die Borussen hatten Chancen, nutzten diese aber nicht und blieben oft einfach zu durchschauen. Als der Ball schließlich im Netz zappelte, hatte Schiedsrichter Cortus kurz zuvor wegen eines Foulspiels der Freiburger bereits abgepfiffen.

Nach langer Zeit war Lukasz Pisczeks Kopfball die beste Chance zum späten Siegtreffer (81.), doch weder der Pole noch der in der Schlussphase eingewechselte Neuzugang Andrej Jarmolenko konnten am 0:0 etwas ändern.


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