Mittwoch, 29. März 2017
13. November 2011 um 17:55 Uhr

Kinofest Lünen: LÜDIA geht an Wenders

Lünen Der Gewinner des 22. Kinofestes in Lünen ist der Dokumentarfilm "Berg Fidel" der Regisseurin Hella Wenders.
Berg Fidel - Gewinner des Publikumspreise Lüdia

Berg Fidel - Gewinner des Publikumspreise Lüdia

Die Nichte des Filmemachers Wim Wenders erhielt am Abend den mit 10000 Euro dotierten Publikumspreis "Lüdia".
Gewinner ist aber auch das Kinofest selber: Etwa 9000 Zuschauer haben in der vergangenen Woche einen der rund 50 Filme gesehen. Das sind etwa 500 Zuschauer mehr als noch im vergangenen Jahr.

Alle Gewinner:

Die Publikumspreise
 
LÜDIA 2011
Der mit 10.000 Euro dotierte Publikumspreis LÜDIA geht an den Dokumentarfilm Berg Fidel. Im Mittelpunkt von Hella Wenders’ Abschlussfilm der dffb stehen Schülerinnen und Schüler der Münsteraner Grundschule Berg Fidel. Die einfühlsame und humorvolle Beobachtung ist ein klares Plädoyer für integrativen Unterricht. Die junge Filmmacherin brachte zwei ihrer jungen Protagonisten – David und Jakob Leonhard – mit nach Lünen, die in ihrer Unterschiedlichkeit die Herzen des Publikums im Sturm eroberten.
 
ERSTE HILFE
Im Wettbewerb für kurze Kurzfilme hatten Vera Zimmermann und Alexander Meier mit ihrem  Spielfilm Shopping Tour die Nase vorn. Für ihre witzige und surreale Beschreibung der Zweifel und Nöte von Konsumenten erhalten die Filmemacher 1.600 Euro.
 
ERSTER GANG
Den Wettbewerb für mittellange Filme konnte der Spielfilm Long Distance Call von Grzegorz Muskala für sich entscheiden. Grzegorz, ebenfalls ein Student der dffb, erzählt kammerspielartig die Geschichte eines unterbrochenen Telefonats und seiner Folgen. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wird von Lüner Gastronomen gestiftet.
 
RAKETE Kinder- und Jugendfilmpreis
Das Feld war in diesem Jahr extrem eng, im Ende lag Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel von Oliver Dieckmann knapp in der Publikumsgunst vorne. Das moderne Weihnachts-märchen nach einem Buch von Cornelia Funke hat das kleine Publikum kaum auf den Sitzen gehalten. Weihnachtsmann Alexander Scheer und sein Gegenspieler Waldemar Wichteltod Volker Lechtenbrink mussten hunderte Autogramme geben. Die von Lüner Familien gestiftete Rakete ist mit 3.000 Euro dotiert. Engel Charlie Hübner wird den Preis am Abend in Empfang nehmen. Oliver Dieckmanns Film kommt am 24. November in die Kinos.
 
Die Jurypreise
 
PERLE – Preis für Frauen in der Filmbranche
Erstmalig wird die vom Lüner „Netzwerk Frau“ mit 1.800 Euro dotierte Perle vergeben. Der Preis zeichnet Frauen in der Filmbranche aus und war 2011 in der Sparte Szenenbild ausgelobt worden. Die Jurymitglieder - Szenenbildnerin Christiane Krumwiede, Produzentin Roswitha Ester und Regisseur Hans-Erich Vieth – werden den Preis am Abend an Jenny Roesler für ihre Arbeit in dem Spielfilm Kriegerin (Regie: David Wnendt) übergeben. In ihrer Jurybegründung heißt es:
„An der Arbeit der von uns prämierten Szenenbildnerin hat uns vor allem überzeugt: die sorgfältige Recherche in einem für uns unbekannten Milieu, die zu überzeugend realistischen Motiven und Sets führte; die vielen durchdachten Details, von denen uns nicht nur die Bügeleisen-Kochplatte in Erinnerung bleiben wird, sowie die kreative Zusammenarbeit mit den anderen Gewerken, die das aufwühlende Porträt einer jungen Rechtsradikalen in der deutschen Provinz ermöglicht.“

Preis für das beste Drehbuch
Der Preis für das beste Drehbuch geht an die eigenwillige Independent-Produktion Dicke Mädchen. Für das Drehbuch zeichnet Regisseur Axel Ranisch gemeinsam mit den Hauptdarstellern Heiko Pinkowski und Peter Trabner verantwortlich. Die Jury-Mitglieder Sabine Holtgreve (NDR-Redakteurin), Oliver Baumgarten (Filmpublizist) und Martin Kaufmann (Leiter der Bozner Filmtage) begründen ihre Entscheidung für die leise und tragikomische Liebesgeschichte zwischen zwei schwergewichtigen Männern folgendermaßen:
„Einen Drehbuchpreis zu vergeben, ist eine schwierige Sache – besonders, da wir ja als Jury das Drehbuch gar nicht gelesen haben und somit auch nicht kennen. Beurteilen können wir nur, was Regie und Postproduktion aus der schriftlichen Vorlage gemacht haben. Und genau deswegen ist es auch vollkommen egal, dass das Drehbuch unseres Preisträgers, wie wir erfahren haben, nur aus sechs losen Seiten bestand. Entscheidend ist für uns, was durch Improvisation aus diesem Handlungsgerüst geworden ist: eine Geschichte mit drei liebenswerten Figuren, deren dramatisches Auf und Ab mit seltener Leichtigkeit und vor allem Persönlichkeit erzählt wird. Wozu großes Eventkino, wenn es derart intensiv erzählte, bezaubernde Filme gibt wie Dicke Mädchen.“
Gestiftet wird der Preis vom Lüner Verlag systemed. Er ist mit 2.500 Euro dotiert.

PREIS FÜR DIE BESTE FILMMUSIK
Der Preis für die beste Filmmusik wird in diesem Jahr von Filmkomponist Horst Markgraf, Journalist Jörg Gerle und Regisseur Peter Timm vergeben. Sie zeichnen Stefan Schulzki für seine Arbeit im Spielfilm Unter Nachbarn (Regie: Stephan Rick) aus:
„In Stephan Ricks TV-Psycho-Drama Unter Nachbarn wird ein Journalist Opfer seines eigenen Fehlverhaltens. Dabei wird ihm sein penetranter Nachbar zu einem verhängnisvollen Komplizen. Stefan Schulzki sorgt mit einer originellen Instrumentierung für die adäquaten Spannungsbögen. Harfe und akustische Gitarre auf der einen verbinden sich auf der anderen Seite mit Midi-Samples, die der Orchestrierung dienen, zu einem homogenen Klangbild. So werden die Erwartungen an das Genre duch Stefan Schulzkis musikalisches Konzept befördert und finden in einem spannenden Psychogramm ihre Erfüllung.“
Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert, gestiftet von der Lüner Kanzlei Skok & von Bohlen.

BERNDT-MEDIA-PREIS
Seit 2001 stiftet der Bochumer Berndt-Media-Verlag den Preis für den besten Filmtitel um die Bedeutung des Titels für die Vermarktung und Akzeptanz eines Kinofilms zu betonen. Der Preis ist mit Marketingleistungen im Wert von 5.000 Euro dotiert. Die Jury-Mitglieder Sabine Holtgreve, Oliver Baumgarten und Martin Kaufmann haben den Spielfilm Dicke Mächen des Berliner Regisseurs Axel Ranisch, Absolvent der HFF Potsdam, ausgezeichnet. In der Jury-Begründung heißt es:
„Der Titel unseres Preisträgerfilms verweist – gerade in Kombination mit seinem Plakat – in liebevoller Ironie auf seine beiden Helden. Was sie erleben, mag die Welt als solche nicht erschüttern. Ihre eigene Welt aber sehr wohl: Sie gerät aus den Fugen und vermag ihnen erst dadurch neue Horizonte aufzuzeigen. Der Film beschreibt einen Aufbruch ins Neue, einen Weg aus dem Alltag. Wie die beiden dorthin gelangen, wird mit großem Witz und liebevoller Hingabe erzählt. Möge dieser Preis Ansporn sein bei der Suche nach einem Kinoverleih. Wir sind überzeugt, dass ihnen dies gelingt: den Dicken Mädchen.
 
RUHRPOTT-Leserfilmpreis
Erstmalig wurde der Preis der Ruhr Nachrichten, der mit 1.500 Euro dotierte Ruhrpott, von einer dreiköpfigen Leserjury vergeben. Der Preis zeichnet Filmemacher aus, die im Ruhrgebiet geboren oder aufgewachsen sind. Britta Fehr-Günther, Barbara Surma  und Markus Merten haben sich einstimmig für den Film Ein Tick anders von Andi Rogenhagen entschieden. Der Film erzählt von der skurrilen Familie einer jungen Frau, die am Tourette-Syndrom erkrankt ist.
Die Jurybegündung: "In einer überzeugenden Geschichte macht uns der Film Mut das Anderssein als Chance zu begreifen und mahnt uns gleichzeitig, daß die Grenze zum Normalen eine fließende ist. Jasna Fritzi Bauer hat ihre Rolle als Eva und die dargestellte Erkrankung so verinnerlicht, daß ihr die Zuschauer gleich mit in ihre Geschichte folgen. Die Geborgenheit der Familie gibt Eva Halt, schafft einen Rückzugsort und unterhält das Publikum durch ihre liebevoll umgesetzten Charakterzüge, die eben auch anders sind."
 
SCHÜLERFILMPREIS 10+
Paula Busch, Romina Dodenhöft, Andreas Habeck, Nils Klassen, Inga Püschel und Fabian Wesenbeck, die diesjährige Schülerjury 10+, zeichnet Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel von Oliver Dieckmann aus. Die junge Jury hatte sich darauf verständigt, dass der Preisträgerfilm eine „klare Aussage“ haben müsse.
 
SCHÜLERFILMPREIS 16+
Die Jury 16+ vergibt den Schüler-Filmpreis des Kreises Unna an den Spielfilm Kriegerin von David Wnendt. Seine Milieustudie über junge Frauen in der rechtsradikalen Szene ist ein schonungsloses und fesselndes Sozialdrama. Überragend Alina Levshin als Hauptdarstellerin der Kriegerin, einer jungen Supermarktkassiererin in einer ostdeutschen Kleinstadt. Anna-Maria Goßling, Anh-Thu Nguyen, Franziska Stoltefuß, Ozan Taslak, Julia Urban und Janis Weißenberg begründen ihre Entscheidung folgendermaßen:
Kriegerin wurde von uns Aufgrund der politischen Aktualität, Lebensnähe und der erstaunlichen schauspielerischen Leistungen ausgewählt. Es war zwar schwer die verschiedenen Filme zu vergleichen, aber am Ende waren wir uns einig. Der Film erreicht die Zielgruppe „Schüler“ ausgesprochen gut, da er von Anfang an fesselnd ist und die Geschichte sehr gut rüberbringt. Kriegerin zeigt ausgesprochen gut, wie leicht man auf die schiefe Bahn geraten kann.“
Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wird ebenso wie der Preis der Jury 10+ vom Landrat des Kreises Unna, Michael Makiolla, gestiftet.    

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