Unterstützt von einer großartigen Band um die Jazz-Virtuosen Marc Ribot (Gitarren) und Brian Blade (Drums), mit zusätzlicher Hilfe von Tucker Martine (Produktion) und Nico Muhly (String-Arrangements), wandelt Orton auf den Spuren der britischen Folk-Legenden der 60er und 70er Jahre. Nick Drakes melancholische Lieder dienen auf «Sugaring Season» (Anti/Indigo) ebenso als Einfluss wie Sandy Denny, Fairport Convention oder John Martyn. Mit «See Through Blue» hat sie aber auch einen französisch angehauchten Walzer im Programm.
Weiterhin typisch ist die herbe Süße in Beth Ortons Stimme, eine reizvolle Brüchigkeit, die mit den teils stillen Liedern ihres erst siebten Albums in knapp 20 Jahren perfekt harmoniert. Früher unterlegte sie diesen Gesang mit Computer-Beats zu einer Art Folktronica, etwa auf ihrem Durchbruchsalbum «Trailer Park» (1996) oder ihren UK-Top-Ten-Erfolg «Daybreaker» (2002).
Diesmal lässt die 41-Jährige allen modernen Zierrat weg und scheint damit ganz bei sich zu sein. Am schönsten gelingt das in der streichersatten Nick-Drake-Hommage von «Last Leaves Of Autumn» oder im Folk-Jazz von «State Of Grace».
In ihrer Heimat hat Beth Orton bereits Brit Awards und diverse andere Nominierungen gewonnen, nun schwenkt sie in eine ruhigere Phase ihrer Karriere ein. Ihr neues Label Anti passt insofern gut zu der Britin - neben hoch respektierten Künstlern wie Nick Cave, Joe Henry, Mavis Staples oder Billy Bragg befindet sie sich dort in bester Gesellschaft. Mit dem bildschönen Brit-Folkpop von «Sugaring Season» legt Orton ihr Reifezeugnis ab.
Konzerte: 17.11. - Köln - Studio 672; 18.11.2012 - Berlin - HBC











