«We're All Dying To Live» (Platinum/Cargo) ist ein Puzzle aus aufgeschnappten Sounds, kleinen Gesangs- und Instrumental-Beiträgen, charmanten Songskizzen und imposanten Melodiebögen. Elektronik, orchestrale Sounds, Rock, Pop und Avantgarde-Ideen schraubte der junge Mann aus Halifax/Nova Scotia zusammen - manches wirkt absonderlich, aber langweilig wird es über die Strecke von 22 Tracks definitiv nicht.
Schon die Songtitel lassen die Originalität dieses etwas anderen Konzeptalbums erahnen. «Brian Wilson Is A.L.I.V.E.» lupft den Hut in Richtung des zeitlebens (über-)ambitionierten Beach-Boys-Bosses. Aber was mag mit «We're All Slaves To The Two-Four» gemeint sein? Oder mit «We Must Imagine Sisyphus/Ourselves Happy»? Oder mit «Watching Herzog And Listening To The Idiot»?
So rätselt man des öfteren über diese schönen, schrägen, auch mal albernen Lieder, und was Aucoin uns damit sagen will. Musikalisch ist das freilich virtuos gemacht. Falls hier wirklich einige hundert Leute auf der Durchreise am Werk waren, so klingt das Album bei aller Experimentierfreude doch erstaunlich homogen. Oft fühlt man sich deswegen an den begnadeten Konzept-Pop-Künstler Sufjan Stevens erinnert.
Der rote Faden dieser musikalischen Kanada-Reise ergibt sich auch durch Aucoins angenehme Stimme, die das Patchwork zusammenhält. Den Juroren des Polaris-Musikpreises - eine Art kanadischer Grammy - gefiel das Newcomer-Album gleich so gut, dass sie «...Dying To Live» in diesem Jahr nominierten. Nun darf man gespannt sein, wie Aucoin den üppigen Sound seiner Platte im November auf deutschen Bühnen reproduzieren will.
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Konzerte: 19.11. Berlin, 20.11. Hamburg, 22.11. Köln, 23.11. München.










