Das ist einerseits schade, weil The Late Call wohl auch mit ihrem dritten Studiowerk «Pale Morning Light» (Tapete) nicht die ganz große Aufmerksamkeit von Popfans und Medien erringen werden. Andererseits dürfte es die Band um den Singer/Songwriter Johannes Mayer damit leichter haben, ihren vor vier Jahren eingeschlagenen, künstlerisch unangreifbaren Kurs fortzusetzen.
The Late Call - das ist auch diesmal ein auf Piano und Akustikgitarre basierender, makellos melodischer Folkpop, der durch Mayers schwermütige Stimme veredelt wird. Als Vergleich kommen skandinavische Bands wie Mount Washington, Midnight Choir oder Kings Of Convenience in Frage, deren Musik man die langen Nächte und die Schattenseiten des Provinz-Lebens im Norden ähnlich intensiv anhört.
Manche der zehn Lieder klingen sehr schwelgerisch, dann geraten The Late Call auch mal in besagte Coldplay-Nähe. Am stärksten wirken sie hingegen, wenn Mayer mit nur ein wenig Background-Gesang wunderschön-reduzierte Songs wie «Week 23» oder «Nothing Ever Does It» anstimmt.
Der Titelsong mit Akkordeon-, Orgel- und Bläser-Einsatz liefert dann tatsächlich die vom Label beschworene «konsequent eigene Klangwelt». Fazit: Mit diesem von Natureindrücken durchdrungenen Album bewähren sich The Late Call aufs neue als eine der talentiertesten Nordeuropa-Popbands.
Konzerte (mit Band oder Johannes Mayer solo): 24.10. Kiel - Schaubude (Band); 25.10. Hamburg - Nachtasyl (Band); 26.10. Aachen - Raststätte (Band); 27.10. Offenbach - Hafen 2 (Band); 28.10. Bielefeld - Bunker Ulmenwall (Band); 30.10. Hannover - Sing Sing (solo); 31.10. Gera - Comma (solo); 1.11. Aarau/Schweiz - Café Tuchlaube (solo); 2.11. St. Gallen/Schweiz - Oya (solo); 3.11. Stuttgart - Zwölfzehn (solo); 4.11. Paderborn - Sputnik (solo)











