Sein eindrucksvoller Bariton kann schmeichelnd, herrisch, düster und grollend klingen, manchmal alles innerhalb eines einzigen Songs. Neben Lou Reed ist wohl Nick Cave der naheliegendste Vergleich, zumal der Sound von Ragons neuer COY-Platte «Love Will Prevail» (Sacred Bones/Cargo) dem einiger Cave-Alben mit den Bad Seeds gar nicht so unähnlich ist.
So wird auch hier psychedelischer, teils folkiger Alternative-Rock geboten, der nicht von der Klasse einzelner Songs lebt, sondern von der Gesamtatmosphäre. Ragon bedient neben Gitarren, Bass und Synthesizern auch eine an Miles Davis erinnernde Trompete, die einigen Liedern alptraumhafte Akzente hinzufügt. Sein tiefer, herber Gesang wird abgemildert durch die zarten Sirenentöne von langjähriger Lebensgefährtin Beverly Hames.
Cult of Youth sind schon länger in der Indie-Szene von Brooklyn aktiv, wo Ragon auch einen Plattenladen und ein Label betreibt. Mit «Love Will Prevail» verlässt das Quintett den US-Underground und öffnet sich für herkömmlichere Songs mit gleichwohl immer noch sehr eigenen Industrial- und Gothic-Strukturen.
Melodiöse Akustikgitarren sind meist der Ausgangspunkt, ehe die Lieder Fahrt aufnehmen und immer neue Instrumente - vor allem die entfesselte Geige von Christina Key - einen dunklen Sog erzeugen (Tipp: «To Lay With The Wolves»). Keine leichte Kost, aber dafür ein modernes Rockalbum, das auch beim zehnten Durchhören noch manche Überraschung birgt.










