Vier Jahre sind eine lange Zeit. Die Bandmitglieder um Sänger Brandon Flowers brachten eine Riesen-Tour hinter sich, experimentierten mit Soloalben und fanden wieder zusammen, um die neuen Songs aufzunehmen.
Die Messlatte liegt nach «Human» und dem Erfolg des vorherigen Albums «Day & Age» hoch, doch die Band gibt sich gelassen. «Wir hatten das bei jedem neuen Album», sagt Flowers. Manchmal bräuchten die Fans zwar etwas Zeit, um Veränderungen zu akzeptieren. «Aber wir haben auf dem neuen Album zum Beispiel den Song "Here With Me", der es "Human" noch zeigen könnte.»
Die Ballade «Here With Me» zeigt wie andere Lieder von «Battle Born», dass die Killers es nicht verlernt haben, eingängige Ohrwurm-Melodien zu komponieren. Das Album gibt vom Start aus Vollgas mit «Flesh And Bone», einem Jahrmarktskarussell von einem Song. Es folgt die aktuelle Single «Runaways», für deren Stimmung Bruce Springsteen und Meat Loaf gleichzeitig Pate gestanden haben könnten. Danach «The Way It Was», mit einer entwaffnend klaren Melodie, wie sie a-ha in den besten Jahren gelang.
The Killers schaffen es wie kaum keine andere Band, ihre musikalischen Vorbilder zu etwas Eigenem zu Verarbeiten. Und sie kommen aus Las Vegas, der Glitzerstadt in der Wüste, in der schon manche Existenz zerbrochen ist. Das könnte die einzigartige Mischung aus Romantik, Kitsch, Melancholie und Glamour erklären, die ihre Songs ausstrahlen. «Ich zehre von der Energie der Leute, die mit leuchtenden Augen nach Las Vegas kommen - nicht derer, die mit gesenktem Kopf nach Hause fliegen», sagt Flowers. Auf jeden Fall schreiben sie Songs, die sie auch Jahre später noch gern auf der Bühne spielen.
Mit ihrer Begeisterung für britische 80er-Jahre-Bands wie New Order oder Depeche Mode fielen die Killers auf in der amerikanischen Glücksspiel-Metropole. Selbst ihren Namen liehen sie sich bei New Order: Er stand auf dem Schlagzeug der angeblichen Teenager-Band, die für die 80-Jahre-Helden vor gut zehn Jahren im Video zum Song «Crystal» posieren durfte.
«Battle Born» geriet am Ende doch etwas anders als der bunt-fröhliche Vorgänger «Day & Age». Das Album klingt druckvoller, reifer, viele Songs sind Pop-Hymnen über Romanzen in der Wüste und Verlust und Wehmut - stets verpackt in griffige Melodien. Zuhause fühlen sie sich trotz ihrer Liebe zum britischen Rock immer noch in den USA, sagen die Killers. Und ihr neues Album klingt amerikanischer denn je.











