Schon das zarte Blumen-Motiv des Albumcovers passt nicht so recht zum raubeinigen Äußeren der Band. Und dann hat das seit vier Jahren existierende, mit Strubbelbärten, dunklen Brillen und Hüten verzierte Quartett auch noch elf sonnige Gitarrenrock-Songs erster Güte im Programm, mit herzerwärmenden Westcoast-Melodien und sympathisch weichen Vocals von Frontmann Tim Cohen.
Das Album «Long Slow Dance» ist also eine gelungene Überraschung, nach dessen 35-minütiger Laufzeit man alle anfängliche Skepsis über Bord wirft. Und sich einfach nochmals an diesen feinen Songs mit unpeinlichen Sixties/Seventies-Bezügen erfreut.
Der Titelsong und die prächtige Single «Presence Of Mind» sind purer Harmony-Pop, «Dream Girls» ein an den Beach Boys geschulter Country-Schunkler. «Executioner's Song» bietet Mariachi-Bläser à la Calexico auf. Andere Lieder klingen auch mal ruppiger («Euphoria», «Foolish Person»), allerdings nie so zerfurcht wie ihre vier Urheber.
Die stammen aus der reichhaltigen Szene der Bay Area, aus San Francisco und Umgebung, und sind mit dem wunderbaren Retro-Rocker Kelley Stoltz befreundet. Fünf Veröffentlichungen auf fünf Labels haben The Fresh & Onlys schon hinter sich, mit diesem vom Berliner City-Slang-Ableger Souterrain Transmissions herausgebrachten Album treten sie nun erstmals vor ein deutsches Publikum.
«Wir verbrachten mit diesen Aufnahmen mehr Zeit als für unsere früheren Platten», sagt Bassist Shayde Sartin. Und tatsächlich wirken die elf Songs bei aller Frische und Spontaneität sorgfältig arrangiert und produziert. Garagen-Softpop gewissermaßen - von einer Band, die manche Widersprüche in sich vereint und damit aus der Masse der amerikanischen Retro-Bands hervorsticht.











