Casey Wescott und Christian Wargo - Keyboarder und Bassist der Fleet Foxes - sind hier zusammen mit den Brüdern Ian und Peter Murray unter neuer Flagge unterwegs. Ihr selbstbetiteltes Debüt-Album (Bella Union/Cooperative) folgt auf die eigene EP «The Illusion» vom März sowie das Ende April erschienene Sixties-Pop-Juwel «Fear Fun» von Father John Misty alias Joshua Tillman, der bei den Füchsen bekanntlich das Schlagwerk bediente.
Spätestens bei den «Uhuhuhu»-Satzgesängen des dritten Tracks «Same Way», zu zarten Vibraphon-Tupfern und und behutsamen Trommeln, weiß man, dass man sich als zeitgenössischer Folkpop-Fan auch bei Poor Moon wie zuhause fühlen kann. Vieles erinnert hier an den Retro-Sound der Hauptband, an deren smarte Harmonien und erstaunlich ausgereifte Arrangements.
Einige der zehn schlanken Lieder auf «Poor Moon» wären auch auf den beiden sensationell erfolgreichen Fleet-Foxes-Platten von 2008 und 2011 nicht negativ aufgefallen - und das will etwas heißen.
Obwohl die Songs eher unspektakulär produziert sind und meist auf nur wenige Schauwerte setzen (beispielsweise die Zither auf «Bucky Pony»), erzeugen sie nie das Gefühl, einer kargen Veranstaltung beizuwohnen. Besonders gelungen: das sehnsüchtige «Come Home», in dem Poor Moon mit ganz bescheidenen Mitteln an die schönsten Werke von Simon & Garfunkel oder The Zombies erinnern.
Mit dem Folk-Schunkler «Birds» am Schluss docken Wescott, Wargo und Co. dann wieder ans Mutterschiff an. Wer also dieses Jahr auf ein drittes Meisterwerk der Fleet Foxes gehofft hatte, kann sich nun immerhin über dieses bildhübsche Kleinod freuen.
Konzert: 10.9. Berlin, Comet











