Mit schimmernden Westcoast-Melodien, schnörkellos treibenden Rhythmen, fröhlichen Handclaps und herrlich vielstimmigen Folkpop-Vocals verzaubert das Quartett aus Los Angeles nicht zum ersten Mal. Aber «Loma Vista» (Nettwerk/Soulfood) liefert den Soundtrack zur akustischen Verlängerung des Sommers noch perfekter als auf den Vorgängerplatten.
Wie eine Blumenkinder-Kommune anno 1967 beschwören Frontmann Joe Keefe und seine Familienmitglieder (was im Fall des brüderlichen Drummers Sebastian Keefe wörtlich zu nehmen ist) die Schönheiten, Merkwürdigkeiten und auch Albernheiten des Lebens. «Bury me with my guitar» und «Bury me with my best t-shirt/bury me with my chucks» singen Family Of The Year in einem ihrer unbeschwertesten Songs - und lachen sich im Abspann scheckig über den sympathischen Quatsch, den sie da verzapft haben.
Daneben sind auch juveniler Trennungsschmerz und Familienwerte Themen von Liedern wie «Hero», «Hey Ma» oder «Find It», und dazu klingen die allgegenwärtigen Satzgesänge dann angemessen melancholisch. Insgesamt dominieren aber gut gelaunte und griffig produzierte Gitarre/Piano-Popsongs mit, deren Live-Qualitäten man sich lebhaft ausmalen kann.
Das bereits sehr beachtliche, noch etwas unebene Debüt «Songbook» (2009) ließ das Talent der vier Kalifornier kräftig aufblitzen, auch mehrere EPs weckten in den Staaten und Europa einige Aufmerksamkeit. Mit dem ganz ungenierten Harmony-Pop von «Loma Vista», irgendwo zwischen The Mamas And The Papas und den Go-Betweens, machen Family Of The Year - wie man so sagt - die Welt zu einem etwas besseren Ort.
Konzerte: 31.8. Berlin, 1.9. Frankfurt/Main











