Kaum war die Zeremonie vorbei, da jubelte die britische Musikkette HMV, dass die Verkaufszahlen des Erstlingswerkes aus dem Jahre 1973 sich um das 757-fache gesteigert hätten.
Da passt es gut, dass die 2 CD-starke Retrospektive «The Two Sides - The Very Best of Mike Oldfield» von ihm gerade in diesen Tagen erschienen ist. Auf das Geld ist der Autodidakt und Multi-Instrumentalist Mike Oldfield nicht angewiesen, denn allein «Tubular Bells» ging fast 18 Millionen Mal über den Ladentisch. Der 59-Jährige ist seit rund 40 Jahren vermögend und wohnt inzwischen auf den Bahamas. Künstlerisch muss sich Oldfield auch nichts beweisen. Nach eigenen Angaben aber war er trotzdem stolz darauf, nach London eingeladen worden zu sein. Als man ihn dazu fragte, fiel ihm buchstäblich der Kinnlade runter, sagte Oldfield dem «Daily Telegraph».
Die vorliegende Best-Of Sammlung bietet kompakte Versionen von «Tubular Bells» und seiner dritten LP «Ommadawn» nebst «Crises», «Amarok» und diversen anderen Meilensteinen seiner Karriere. Zu der Auswahl sagt Oldfield: «Ich habe hier die meiner Meinung nach besten Instrumentals und Songs meiner bisherigen Laufbahn zusammengestellt. Dabei war es mir weniger wichtig, ob sie damals auch kommerziell erfolgreich waren oder bei den Kritikern besonders gut ankamen. Ich habe einfach das Gefühl, dass ich mit diesen Tracks meine kreativen Höhepunkte präsentieren kann.»
Auf der neuesten Scheibe erinnern Teile von der betont chilligen LP «Songs of Distant Earth» (1994) stark an die deutsche Band Schiller. Das Album wurde von Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke inspiriert. Tatsächlich spielte Oldfield 11 Jahre später mit seiner Gitarre auf Schillers Globalpop-Epos-Album «Tag und Nacht».
Interessant, wenn auch etwas künstlerisch etwas schwächer, sind ein paar fast vergessene Radiohits wie der Disco-Instrumental «Guilty» (1979) und «Family Man», der später vom amerikanischen Duo Hall & Oates erfolgreich gecovert wurde. Massentaugliche 80-Jahre-Ohrwürmer wie das von Maggie Reilly gesungene «Moonshine Shadow» und «To France» dürfen natürlich auch nicht fehlen.










