Coverversionen hat die Pop-Geschichte reichlich zu bieten. In den 70er Jahren waren etwa David Bowie («Pin Ups») und Bryan Ferry («These Foolish Things») mit ihren Cover-Alben besonders erfolgreich. Ende der 80er wurden die so genannten Tribute-Alben populär: Musiker covern einen Künstler oder eine Band, wie z. B. Neil Young oder The Byrds. Auch ganze Platten wurden schon neu bearbeitet, etwa von Laibach («Let It Be») oder Rufus Wainwright (Judy Garland).
Eine andere Variante sind Coverversionen mit ungewöhnlichen Arrangements. Äußerst erfolgreich haben Nouvelle Vague dieses Konzept umgesetzt. Und in diese Kategorie fällt auch «Orchestral Variations V.01» von The Separate. War es bei Nouvelle Vague das französische Chanson, so ist es bei The Separate das klassische Streichquartett, das die Grundidee liefert. Dass der Chef eines Plattenlabels ein Album in Auftrag gibt, ist schon ungewöhnlich genug. Dass Keith Cullen aber in Eigenregie die Songs, die verschiedenen Sänger und Sängerinnen und noch dazu die zuständigen Musiker aussucht, ist schon einmalig.
Manchmal kann es aber auch von Vorteil sein, wenn alle Entscheidungen in einer Hand liegen. Mit seiner Auswahl der Songs bewies Cullen jedenfalls sicheren Geschmack; diese stammen größtenteils aus den späten 70ern und frühen 80ern, die Zeitspanne reicht letztlich von den Kinks bis zu den Pixies.
Die Geschlossenheit von «Orchestral Variations V.01» verdankt sich aber nicht nur Cullens Einfällen, sondern beruht auf den vortrefflichen Arrangements von Fiona Brice und der Produzententätigkeit von Rob Kirwan. Letzterer hat sich bereits mehrfach durch seine Arbeit mit PJ Harvey, Glasvegas und The Horrors empfohlen. Er allein war zum weitaus größten Teil für die Fertigstellung und das Gelingen des Albums verantwortlich, sieht man einmal von den einzelnen Gesangsleistungen der engagierten Künstler ab.
Deren Beiträge sind durchweg bemerkenswert. Besonders Mark Lanegans Neueinspielung von «Close To Me» von The Cure ist hervorzuheben, schon weil sie vollständig auf den charakteristischen Rhythmus des Stückes verzichtet. Ebenso gelungen sind die Beiträge von Joan As Police Woman, Patrick Wolf oder Martha Wainwright. Keith Cullen kann man zur Idee und Umsetzung dieses überraschenden Abschlussprojektes nur beglückwünschen.











