Die junge Band um Sänger Hagen Fiedler beweist auf ihrem Debüt «Walk/Run/Flee» (Stickman/Soulfood), dass gut gemachter Gitarren-, College- oder Postrock nicht unbedingt aus den USA stammen muss. Sensible Vocals, zarte Keyboardflächen, repetitive, im rechten Moment auch mal raue Gitarren und ein solides Rhythmus-Fundament bilden die Grundlage. Pedal Steel und dezente Streicher schmücken einige Lieder aus.
Als Songschreiber sind Boy Android für Debütanten schon erstaunlich versiert. Da darf es ruhig mal nach The Cure («The Hours») oder nach Death Cab For Cutie (des Öfteren) klingen - es bleiben genug eigene Duftnoten.
Der Hipness-Faktor dieser Platte, die nach Aussage von Frontmann Fiedler «positive Melancholie» ausstrahlen soll, hält sich natürlich in Grenzen. Aber wer zeitlos-schöne Indiepop-Songs auf internationalem Produktionsniveau sucht, der wird bei Boy Android bestimmt fündig.











