«Das neue Album fühlt sich an wie ein Neuanfang, wie ein Debüt. Und da die Debütalben häufig so heißen, wie die Band selbst, war "Paulsrekorder" naheliegend», sagt Sänger David Jürgens.
All die Veränderungen, die die Jungs seit der Teilnahme am Bundesvision Song Contest 2008 erlebt haben, seien der zweiten Platte deutlich anzumerken, sagt der 33-Jährige. «Mal angenommen das erste Album spielt im Nachtleben und allem, was dazugehört, dann spielt das neue eher am ruhigen Sonntag danach. Es ist wesentlich weniger aufgedreht als das erste.» Weg also vom Neue Deutsche Welle-Pop hin zu etwas seichteren Tönen mit Akustik-Gitarren und Streichern.
Zwei der Jungs sind in der Zwischenzeit Papa geworden und Sänger Jürgens hat sein Lehramtsstudium an den Nagel gehängt, um sich voll der Musik zu widmen. Außerdem ist er vom beschaulichen Bremen nach Berlin gezogen. In einem Song heißt es: «Berlin, ich will kein Kind von dir.»
«Ich bin echt nicht für die Großstadt gemacht und musste mich erstmal an Berlin gewöhnen. Dieser ganze Berlin-Hype geht mir auch heute noch gewaltig auf den Senkel. Aus diesem Gefühl heraus ist dann der Song "Du stehst mir nicht Berlin" entstanden», sagt Jürgens.
Auch der Rest der Band ist umgezogen und inzwischen leben die Jungs über ganz Deutschland verstreut. Bei der Arbeit am neuen Album habe das aber gar nicht gestört, glaubt Jürgens. «Das hängt vielleicht damit zusammen, dass wir als Menschen mehr in unserem Leben angekommen sind.» Außerdem habe die Band die gemeinsame Zeit viel intensiver genutzt, als sie an den Songs und den Aufnahmen arbeiteten.
Paulsrekorder besteht seit 2002 und wurde in Bremen gegründet. Die ersten Songs schrieb die Truppe in einem kleinen Raum neben dem Kaffee-Lager einer Spedition. 2008 vertrat Paulsrekorder mit dem Song «Anna» die Hansestadt bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest und belegte den elften Platz. Danach tourte Paulsrekorder fünf Monate als Vorband von MIA durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, veröffentlichte das erstes Album «Hier&Oben» und ging auf eigene Clubtour.
Jetzt, wo das zweite Album auf den Markt kommt, plane die Band, im Herbst wieder mehr live zu spielen. «Vielleicht als Support für eine größere Band oder auch auf einer eigenen Tour», sagt Jürgens.











